Milchwirtschaft

Aeikens fordert mehr Flexibilität

Erst heute Morgen habe Bundesagrarminister Christian Schmidt Molkereien und Vertreter von Verbänden zu einem erneuten Gespräch über die Gestaltung von Lieferbeziehungen geladen, berichtet Aeikens heute Nachmittag auf dem Veredlungsforum des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) in Berlin. Die derzeit spürbare Erholung am Milchmarkt dürfe keinesfalls dazu führen, dass "alles weitergehe wie bisher", mahnte er mit Blick auf die von Schmidt geforderte Verteilung der Marktrisken. 


Klar sei ebenfalls, dass in einer derzeit günstigen Situation im Bundeshaushalt zusätzliche Mittel zur Unterstützung der Milcherzeuger nur in begrenztem Umfang bereitsgestellt werden könnten. "Dies könne auch in Zukunft nicht mehr erwartet werden", so Aikens. Was aber erwartet werde, ist, dass sich die Molkereien im Einvernehmen mit ihren Lieferanten auf neue Modelle der Lieferbeziehungen verständigen. Ein Eingreifen des Staates in derartige Prozesse schloss Aeikens jedoch aus.

"Dafür kann die Warenterminbörse ein geeignetes Mittel sein", erklärt Dr. Thomas Memmert, Geschäftsführer des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV)in diesem Zusammenhang. Aktuell seien im Jahr 2016 bereits knapp 70.000 t bzw. rund 14.000 Kontrakte Magermilchpulver und Butter über die Börse gehandelt worden. Dies ist eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um ein Vierfaches. „Somit gewinnt die Warenterminbörse wachsende Bedeutung als Instrument des Risikomanagements, um mit zukünftigen Preisschwankungen besser umzugehen“, stellte der DRV-Geschäftsführer fest.


In der Frage eines staatlichen Tierwohllabels komme der Sektor Milch vorläufig nicht in Betracht, bestätigte Aeikens. Das für Anfang des Jahrs 2017 geplante Label werde zunächst nur den Sektor Schwein betreffen. Auch Geflügel könnte erfasst werden. Jedoch gebe es bisher keine Überlegungen, die Milchwirtschaft darin einzubeziehen. Für das Wirksamwerden des Labels stellte Aeiknes das Jahr 2019 in Aussicht. (jst)
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