Bahnstreik

Agrarbranche bleibt gelassen


Seit gestern 15 Uhr bestreikt die Gewerkschaft der Lokführer (GdL) den Güterverkehr der Deutschen Bahn. In den Unternehmen der Agrarbranche hatte der Arbeitskampf bisher zu keinen Engpässen geführt, ergab eine Umfrage von agrarzeitung.de. Ein großer Teil der Transporte werde ohnehin per Lkw und Binnenschiff abgewickelt, hieß es bei einem nordeutschen Händler. Auch in den Seehäfen gibt es bisher offenbar keine Probleme. Die Getreideexporte über Rostock seien nicht betroffen, weil fast die gesamte Ware per Lkw angeliefert werde, teilte Euroports Germany auf Anfrage mit.

Beim Düngemittelproduzenten K+S herrscht noch keine Sorge. Wegen der aktuell guten Nachfrage gebe es an den Produktionsstätten ausreichende Lagerkapazitäten, um kurzfristige Zugausfälle überbrücken zu können. Eine Verlagerung der Transporte auf die Straße werde deshalb noch nicht geplant, so ein Unternehmenssprecher.

Die GdL bestreikt den Güterverkehr bundesweit mit regionalen Schwerpunkten in den Regionen um Mannheim und Leipzig. Die Deutsche Bahn hält den Güterverkehr in einem reduzierten Umfang aufrecht, indem sie Beamte und Lokführer, die anderen  Gewerkschaften angehören, einsetzt. „Wir sind in ständigem Kontakt mit unseren Kunden, um die Auswirkungen des Streiks möglichst gering zu halten", erklärte ein Sprecher der Bahn. Bevorzugt transportiert würden Güter, die zur Aufrechterhaltung der Produktion benötigt werden. Wegen des Streiks müsse rund die Hälfte der Güterzüge ausfallen.

Bis Freitag, 9 Uhr, will die GdL den Güterverkehr bestreiken. Bis die Züge wieder nach Plan fahren, werden noch einige Tage vergehen, kündigte der Bahnsprecher an. (SB)
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