Das Rohstoff-Derivate-Geschäft soll besser kontrolliert werden.
-- , Foto: Thorben Wengert/pixelio.de
Das Rohstoff-Derivate-Geschäft soll besser kontrolliert werden.

Die Europäische Wertpapieraufsicht (Esma) hat einen Vorschlag zur Kontrolle des Derivatehandels im Rahmen der Finanzmarktdirektive Mifid 2 vorgelegt. Spekulative Anlagen mit Agrarrohstoffen sollen dadurch besser kontrolliert werden.

Die Verschärfung im Derivatehandel könnte aber auch landwirtschaftliche Handelsbetriebe und Verarbeiter agrarischer Rohstoffe treffen, befürchtet Coceral, der Europäische Verband des Getreidehandels. Dadurch sei "die Preisfindung und das Exportpotenzial des europäischen Getreidemarktes in Gefahr", warnt Coceral.

Schwellenwerte für rein spekulativen Handel

Dem jüngsten Esma-Vorschlag zufolge muss der Anteil an rein spekulativem Handel am gesamten Rohstoff-Derivate-Geschäft eines Unternehmens unter einem bestimmten Schwellenwert liegen, damit das Unternehmen als kommerzieller Anleger von den Mifid-2-Regeln ausgenommen bleibt.

Außerdem soll der Anteil spekulativer Geschäfte in einer Anlageklasse eines Unternehmens in Beziehung zum gesamten EU-Markt gesetzt werden, um spekulative von kommerziellen Anlegern zu unterscheiden.

Kleinere Rohstoffhändler sollten auch bei dieser Betrachtungsweise von den Mifid-2-Regeln ausgenommen bleiben, zitiert die Financial Times Esma. Fallen Unternehmen unter die Mifid-2-Regeln, müssen sie wie ein Finanzdienstleister Kapital vorhalten und andere Liquiditätskriterien erfüllen.                                                                                                                                          

EU-Parlament: Abnicken oder ablehnen

Coceral will sich in den kommenden Wochen bei der EU-Kommission für einen praxisgerechten Vorschlag einsetzen. Bis zum Jahresende will die EU-Kommission neue Regeln zur Kontrolle der Derivatemärkte vorlegen, die anschließend von den EU-Mitgliedstaaten und dem Europaparlament nur noch befürwortet oder als ganzes abgelehnt werden können. Die neuen Regeln sollen 2017 in Kraft treten. (Mö/pio)
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