Freihandel

Agrarminister beteuern Vorteile von Nafta

Zu Wochenbeginn hat sich US-Agrarminister Sonny Perdue mit seinen Kollegen Lawrence MacAulay aus Kanada und José Calzada aus Mexiko im US-Bundesstaat Georgia getroffen.

Erfahrener Unterhändler
Für den Agrarhandel und die Auslandsbeziehungen ist im USDA ein eigener Staatssekretär benannt worden. Jason Hafemeister war bislang schon als Staatsekretär für die Foreign Agricultural Services (FAS) verantwortlich und in dieser Funktion über Jahrzehnte an entscheidender Stelle bei Verhandlungen zu internationalen Abkommen beteiligt. (db)
In einem gemeinsamen Statement stellten die Minister fest, dass die drei Nationen nicht nur geografisch verbunden seien, sondern auch durch tief integrierte Agrarmärkte. Dazu habe auch das Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (Nafta) beigetragen. Den Wert des gesamten Agrarhandels zwischen den drei Partnern beziffert das US-Agrarministerium (USDA) auf 85 Mrd. US-$. Deswegen stellten die künftigen Handelsbeziehungen eine wesentliche Grundlage für die Wirtschaft und die damit verbundenen Arbeitsplätze dar. „Wir arbeiten zusammen, um gute Jobs in allen drei Ländern zu schaffen. Wir verpflichten uns, unsere Märkte offen und transparent zu halten, damit der Handel weiterhin wachsen kann“, heißt es in einem gemeinsamen Papier. Alle drei Minister versicherten zudem, dass die Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich des Agrarhandels im Nafta recht gering seien.

USA importieren mehr als sie exportieren

Rein rechnerisch besteht jedoch für die USA durchaus Luft nach oben. Sowohl mit Kanada als auch mit Mexiko ist die Agrarhandelsbilanz negativ – die USA kaufen also mehr Agrarprodukte in ihren beiden Nachbarländern ein als sie dorthin verkaufen. Von den gesamten US-Agrarexporten 2016 sind 29 Prozent nach Kanada und Mexiko gegangen. Dagegen stammten 40 Prozent der US-Agrarimporte von den beiden Nafta-Ländern. Das Agrarhandelsdefizit der USA mit beiden Ländern beläuft sich 2016 auf zusammen 6 Mrd. US-$.

Es geht auch um Arbeitskräfte

Für US-Präsident Donald Trump geht es allerdings nicht allein um höhere US-Exporte. Er möchte zudem den Zustrom von Arbeitskräften aus Mexiko begrenzen. Das wiederum liegt aber nicht immer im Interesse der US-Agrar- und Ernährungswirtschaft, die von preiswerten Hilfskräften für Saisonarbeiten oder für ungeliebte Jobs in der Lebensmittelbranche profitiert. Die Verhandlungen sollen Mitte August beginnen und schon Ende 2017 beendet sein. Das Nafta (englisch North American Free Trade Agreement) besteht seit 1994 gegründet worden. Der Wirtschaftsverband zwischen den USA, Kanada und Mexiko bildet eine Freihandelszone im nordamerikanischen Kontinent. (db)
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