Milchpreise

Agrarminister nehmen Krise ernst


Mehrsprachiger Protest: Vor dem Amstsitz des deutschen Landwirtschaftsministers demonstrierten heute Landwirte aus Deutschland, Polen und Frankreich.
-- , Foto: jsz
Mehrsprachiger Protest: Vor dem Amstsitz des deutschen Landwirtschaftsministers demonstrierten heute Landwirte aus Deutschland, Polen und Frankreich.

Besonders in den Bereichen Milch und Fleisch arbeiten die Landwirte in Deutschland und Europa nicht kostendeckend, so Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) heute in Berlin. Gemeinsam mit seinen Amtskollegen Stéphane Le Foll aus Frankreich und Marek Sawicki aus Polen bekräftigte Schmidt, dass die heutige Gespräche sehr ergebnisorientiert gewesen seien. Unbedingtes Ziel sei es, dass die Zusammenkunft der EU-Agrarminister am 7. September in Brüssel, von der Kommission weitere konkrete Schritte zur Unterstützung der landwirtschaftlichen Erzeuger in der EU zu verlangen.

Schmidt zeigte sich sehr besorgt, dass in vielen Fällen Fleisch- und Milcherzeuger in Liquiditätsprobleme geraten seien. Er appellierte an Molkereien und den Lebensmitteleinzelhandel kurzfristig nicht alle Spielräume für weitere Preissenkungen zu nutzen. Als positives Beispiel nannte Schmidt das Unternehmen Lidl, welches am vergangenen Freitag bekannt gab, seine Einkaufspreise um 1 Cent pro kg Milch zu erhöhen.

Alle drei Minister betonten in ihren Stellungnahmen, dass neben kurzfristig wirksamen Schritten zur Marktentlastung auch längerfristige Maßnahmen auf dem Agrarministerrat diskutiert werden sollten. Es handele sich bei der derzeitigen Krise nicht nur um eine der üblichen Marktkorrekturen. Zusätzliche Instrumente müssten zur Stabilisierung der Märkte und Absicherung der Erzeuger entwickelt werden. (jst)
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