Mindestlohn

Agrarminister wollen Missstände beseitigen


In Deutschland gibt es klare Hinweise auf Lohndumping über Werkverträge mit Leiharbeitern aus EU-Mitgliedsstaaten wie Rumänien und Bulgarien in der Agrarbranche vor allem im Bereich der Schlachtung. In dieser Deutlichkeit weisen die Agrarminister von Bund und Länder auf die aktuelle Situation hin.

Bei der Agrarministerkonferenz in Würzburg Ende vergangener Woche sprachen sie sich einstimmig für die Einführung eines Mindestlohnes aus. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich am Sonntagabend im Schlagabtausch mit SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück für einen Mindestlohn in bestimmten Branchen ausgesprochen.

In einer Protokollnotiz zum Beschluss eines Mindestlohnes haben die Länder Nordrhein-Westfalen, Saarland, Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg, Brandenburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern einen Stundenlohn in Höhe von 8,50 € vorgeschlagen. Sie verlangen humane Arbeitsbedingungen sowie die Einhaltung von Arbeitnehmerrechten. Auch EU-weit solle der Bund darauf hinwirken, gemeinschaftlichen Vorgaben auszugestalten.

Auch die Unternehmen der Geflügelschlachtung und der Geflügelfleischzerlegung begrüßen die Vereinbarung eines tariflichen Mindestlohns. Der Bundesverband der Geflügelschlachtereien (BVG) erklärt sich bereit, mit der Gewerkschaft NGG hinsichtlich eines Tarifvertrages zur Vereinbarung eines tariflichen Mindestlohns zu verhandeln. "Dieser Tarifvertrag soll über das Arbeitnehmerentsendegesetz allgemeinverbindlich erklärt werden und so verbindlich für alle Unternehmen der Geflügelschlachtung und -zerlegung gelten. Dies würde dann alle Arbeitnehmer, die im Rahmen eines Werkvertrages oder der Leiharbeit in deutschen Betrieben arbeiten, betreffen", teilt der BVG mit. (da)
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