Innovationen

Ahle Wurst und neues Getreide

In einem der Projekte beschäftigt sich eine Gruppe von Landwirten mit der Züchtung neuer Weizenarten. Im Gegensatz den üblichen Sorten sind die „Getreidepoulationen“ heterogen Sie unterscheiden sich in Aussehen und Eigenschaften. Solche Pflanzen können widerstandsfähiger gegen Klimaextreme, Krankheiten und Schädlinge sein, was zu einem gesteigerten Ertrag führt, teilt das hessische Umweltministerium mit.

Dottenfelder Hof entwickelt Vielfalts-Sorten

Noch 2015 waren Vermarktung und Vertrieb des Saatguts von Getreide-Populationen in Deutschland und Europa unzulässig. Seit der Änderung der Rechtsgrundlage hat der Bad Vilbeler Projektträger Dottenfelder Hof bereits mehrere sogenannte „Vielfalts-Sorten“ entwickelt. Im neuen Projekt soll darüber hinaus die Akzeptanz bei Verarbeitern und Endkunden untersucht, gestärkt und der Anbau von der Universität Kassel wissenschaftlich begleitet werden.

Tiere auf der Weide schlachten

Das Projekt „Extrawurst“ will für landwirtschaftliche Betriebe in Nordhessen Wettbewerbsvorteile schaffen und dabei das Tierwohl erhöhen: Mittels eines eigens entwickelten Fahrzeugs sollen Rinder, Schafe und Ziegen in Zukunft direkt am Standort geschlachtet werden können. Anschließend wird das Tier zur Zerlegung und Verarbeitung weitertransportiert.

Kulturlandschaft wird erhalten

So entfallen zahlreiche Stressfaktoren für das Tier, wie der Lebendtransport über lange Strecken. Der Verbraucher wiederum profitiere von der gesteigerten Fleischqualität, die besonders für die Herstellung der „Ahlen Wurst“ wichtig sei, so das Ministerium. Das Projekt trage auch zum Naturschutz bei, denn es fördert die Beweidung der mittelhessischen Gebirgswiesen durch Wiederkäuer und sorgt so für den Erhalt der Kulturlandschaft.

Düngewirkung von Gärresten

Eine App als Entscheidungshilfe zur effizienten, umweltschonenden Düngung mit Gärresten – das ist das Ziel des Projektes „Gärresteverwertung“. Dazu untersucht die Justus-Liebig-Universität Gießen die Wirkung von Gärresten hinsichtlich Art und Menge, Anwendungstermin und -technik auf eigenen Flächen im Vergleich zur gängigen Praxis landwirtschaftlicher Betriebe. Mithilfe von datenbasierter Modellierung sollen die Pflanzenqualität optimiert und mineralische Düngemittel ersetzt werden.

Strukturen auf dem Land erneuern

„Besonders der ländliche Raum braucht neue und kreative Ideen um die wirtschaftlichen Strukturen zu erhalten, zu erneuern und neue Strukturen aufzubauen“, erklärte Umweltministerin Priska Hinz bei der Übergabe der Förderbescheide von insgesamt nahezu 1 Mio. €. Die Fördermittel seien gut investiertes Geld, da sie Innovationen unterstützen, die die Wertschöpfung im ländlichen Raum stärken. (SB)
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