Möglichst rasch soll der Verbraucher erfahren, woher das Fleisch in Verarbeitungsprodukten kommt. Noch vor der Sommerpause wünscht sich
Deutschland einen Vorschlag. Nach dem Etikettenschwindel mit Rindfleisch hat es
Bundesagrarministerin Ilse Aigner eilig. Auf dem EU-Agrarrat am Montag in Brüssel besprach sie mit einigen Kollegen bereits Eckpunkte für eine Herkunftskennzeichnung. Der Verbraucher sollte erfahren, in welchem Mitgliedsland das Tier aufgezogen wurde, führte Aigner aus.

Angaben über den Geburtsort seien bei Schweinen nicht möglich. Deshalb sollte der EU-Mitgliedstaat des Mastbetriebes genannt werden. Weiterhin sollten das Land des Schlachthofes und des Verarbeitungsbetriebes auf dem Etikett von Verarbeitungsprodukten erscheinen, führte die Ministerin aus.

Aigner bat EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg, schon im Juli einen Bericht über die
Herkunftskennzeichnung vorzulegen. Borg erklärte, dies sei frühestens im Herbst möglich und für den Vorschlag brauche er weitere Zeit. Im Agrarrat sprachen sich auch Frankreich, Italien, Österreich, die Niederlande und das Vereinigte Königreich für eine Herkunftskennzeichnung von Fleisch aus. Lediglich Dänemark wies darauf hin, dass Betrug durch neue Kennzeichnungsvorschriften nicht verhindert werde. (Mö)   
stats