Erst ein Billig-Nackensteak bei Aldi Süd, jetzt Rinder-Hack vom Großschlachter Danish Crown unter der Marke "Meine Metzgerei" bei Aldi Nord: Seine Fleischprodukte bringen den Discounter erneut in die PR-Bredouille, berichtet lz.net. Hinter der jüngsten Facebook-Schelte steckt demnach ein in der Branche nicht unbekannter Food-Aktivist und Metzgerei-Unternehmer.

Als Mitgründer der Berliner Metzgerei Kumpel & Keule und selbst ernannter "Wurstelier" sind Metzgermarken vom Discounter naturgemäß ein gefundenes Fressen für Hendrik Haase. Im sozialen Netzwerk Facebook, wo er sich auch "Wurstsack" nennt, seziert Haase nun Rinder-Hackfleisch der Eigenmarke "Meine Metzgerei", die bei Aldi Nord und Süd verkauft wird. Das Posting wurde bisher über 3000 Mal geteilt und erntete mehr als 3500 Likes.

In seinem Post kritisiert er, dass in seinem Fall Aldi Nord zwar über einen QR-Code oder alternativ der Eingabe des Tracking-Codes auf seiner unternehmenseigenen Transparenz-Webseite Angaben zu Produzent und Ort der Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung macht, aber nichts etwa zur konkreten Herkunft der Rinder und deren Haltung mitteilt. Lediglich ist Deutschland als Land der Aufzucht aufgeführt, wie seine Fotobeweise zeigen. Zu mehr ist Aldi laut EU-Lebensmittelinformationsverordnung allerdings auch nicht verpflichtet.

Die Motivation hinter der Aktion macht Haase, nicht zu vergessen selbst Metzgereibetreiber und Nachbar einer Aldi-Nord-Filiale, mit einem Kommentar direkt unter dem eigenen Post deutlich:"Geht zum Handwerksmetzger um die Ecke. Noch gibt es welche!" schreibt er und verweist etwa auf die Plattform "Find a Butcher", mit der sich der Metzger um die Ecke finden lässt.

Aldi Nord wirbt seinerseits für Verständnis: "Uns ist bewusst, dass wir derzeit nicht die komplette Lieferkette mit dem ATC (Aldi Transparenz Code) abbilden. (...) Wir werden weiter daran arbeiten, unsere Kunden noch transparenter über unsere Produkte zu informieren", berichetet lz.net. (az)
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