Stallpflicht

Alleingänge verärgern Backhaus

Den bundesweit unterschiedlichen Umgang mit der Stallpflicht sieht Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) mit großer Sorge. Er habe deshalb das Bundeslandwirtschaftsministerium um die Einberufung des zentralen Krisenstabes gebeten, teilte sein Ministerium mit. Einige Bundesländer hätten sich entgegen der jüngsten Risikoeinschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) für die teilweise Aufhebung der Stallpflicht entschieden. Das FLI sehe jedoch nach wie vor ein hohes Einschleppungsrisiko des H5N8-Virus in Hausgeflügelbestände durch den direkten oder indirekten Kontakt mit Wildvögeln.

„Einheitliches Vorgehen dringend geboten"

"Wie sollen wir ein Virus in Schach halten, wenn die tierseuchenrechtlichen Vorsichtsmaßnahmen in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt werden?", fragt der Minister. Er erinnert daran, dass die Länder Anfang 2017 beschlossen hatten, im Kampf gegen die Vogelgrippe bundesweit einheitlich vorzugehen. „Vor dem Hintergrund, dass noch immer Geflügelpest-Fälle aus allen Ecken der Republik bekannt werden, halte ich dieses Vorgehen weiterhin für dringend geboten“, so der Minister.

Mecklenburg-Vorpommern erwartet 6 Millionen Zugvögel

Für Mecklenburg-Vorpommern sei ein geschlossenes Vorgehen mit Blick auf die zu erwartende bundesweit höchste Wildvogelkonzentration von ganz besonderer Bedeutung. Der Durchzug von Wasservögeln aus südlicheren Gefilden beginne voraussichtlich Mitte Februar. Bis Ende des Monats erwartet Mecklenburg-Vorpommern bis zu 6 Millionen Zugvögel, die mehrere Wochen rasten und das gefährliche Virus potenziell verbreiten können. „Es ist wichtig, diese Periode abzuwarten und die Lage nicht zu verschlimmern, in dem man so kurz vor Ziel einknickt. Der Frühling steht vor der Tür und verspricht mit seinen milderen Temperaturen eine Verbesserung der Lage“, hofft Backhaus. (SB)
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