Gentechnik

Alles gut mit Backhaus


Irritiert zeigen sich der Rektor und eine Wissenschaftlerin der Universität Rostock von der Darstellung ihres Verhältnisses zu Agrarminister Till Backhaus. In der Schweriner Volkszeitung und anschließend daraus zitiert in einem landwirtschaftlichen Fachblatt wurde anlässlich der Eröffnung des Fischglashauses von einem „unglücklichen“ Minister gesprochen, der die Forschung zur Grünen Gentechnik nicht gutheiße.


Beim Rektor der Universität Rostock, Prof. Wolfgang Schareck, stößt diese Darstellung auf Unverständnis. „Es gibt bestes Einvernehmen zwischen dem Minister Backhaus und uns bezüglich der gemeinsamen Arbeit.“ Auch die in diesem Zusammenhang erwähnte Leiterin der Professur Agrobiotechnologie, Prof. Inge Broer, kann nicht nachvollziehen, weshalb eine Konfrontation aufgebaut wurde, die so nicht existiere. 


Im Projekt „Fischglashaus“ werden vermarktungsfähige Aquaponic-Systeme entwickelt. Bei der Kombination aus Fischzucht und Pflanzenproduktion kommen die Fischabwässer zur Pflanzendüngung zum Einsatz. Einen Teil dieser Abwässer nutzt auch Frau Broer. „Wir analysieren im Fischglashaus die Auswirkungen von Fischprozesswasser auf das Wachstum und die Genexpression in den Pflanzen“, sagt sie. Unter anderem forscht sie mit transgenen Pflanzen, die Wirkstoffe für die Herstellung von Impfstoffen oder anderen Medikamenten liefern. 


Backhaus habe durch die Unterstützung des Fischglashauses dazu beigetragen, dass man hier besser forschen könne. Er habe die Fakultät immer unterstützt, so Broer. Zwar sei die Gesamtlage für die Gentechnikforschung nicht gut, das liege aber nicht an dem Agrarminister. In anderen Ländern wie den USA sei die Nutzung von transgenen Pflanzen für die Herstellung von Medikamenten akzeptiert. Nur in Deutschland werde darum so viel Aufhebens gemacht, erklärt Broer. (kbo)
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