Klimakonferenz

Ambitionen mit Lücken


Nach zwei Nachtsitzungen soll das Klimaabkommen endlich reif zu Entscheidung sein. Verhandlungsleiter Laurent Fabius musste seinen ehrgeizigen Plan abändern und das Ende der Konferenz in Paris von Freitag auf Samstag verschieben. Die Verzögerung wird von den Teilnehmern nicht als erstes Anzeichen für ein Scheitern gesehen. Der Optimismus für einen erfolgreichen Abschluss hielt auch im Laufe des Freitags an.

Der 27seitige Vertragsentwurf ist ambitioniert. Danach soll die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad begrenzt werden, mit dem Ziel von 1,5 Grad im Auge. Um das Ziel zu erreichen, sollen die Länder nationale Pläne zum Ausstieg aus der fossilen Energieträgern vorlegen. Das haben 180 von 195 Ländern auch schon gemacht, allerdings würden diese Angebote zu einer Erderwärmung von rund 3 Grad führen. Deshalb wird in Paris darüber verhandelt, 2019 auf einer weiteren Klimakonferenz die Angebote nachzubessern und diese Überprüfung dann alle 5 Jahre vorzunehmen.

Umweltverbände kritisieren, das ambitionierte Ziel habe keine solide Basis, wenn es die Unterzeichner nicht zu einer klimafreundlichen Wirtschaft zwinge. Andere sehen es als Erfolg an, dass sich fast alle Länder mit dem Abkommen zumindest politisch verpflichten. Allerdings waren am Freitagnachmittag lang noch nicht alle Länder vom Vertragsentwurf überzeugt. Vor allem Indien und Saudi Arabien stellten sich quer. Die Gegner des Abkommens können mit Ausnahmeregeln mit ins Boot genommen werden. Schwellenländern sollen sich später an der Verminderung von Treibhausgasen beteiligen als Industrieländer. Auch müssen die Industrieländer ein Stück weit den Klimaschutz bezahlen und Nutzung von erneuerbarer Energie in Entwicklungsländern mitfinanzieren. (Mö)
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