EU-Milchmarkt

Angebotskorrektur lässt auf sich warten


Die notwenige Anpassung des Angebots habe noch nicht stattgefunden, fasste die Milchbeobachtungsstelle der EU-Kommission (MMO) nach ihrer jüngsten Sitzung zusammen. Die Milcherzeugung der EU habe im Mai die des Vorjahres um 2,7 Prozent übertroffen. Übers Jahr sei mit einem Anstieg von 0,2 Prozent zu rechnen, was kaum zum Abbau der Überschüsse auf dem Milchmarkt beitrage.

Nach Angaben der Beobachtungstelle war der Produktionszuwachs in Irland, Polen, Ungarn, im Vereinigten Königreich, Portugal und Tschechien besonders stark. Beim rückläufigen Export von Milchprodukten aus der EU machen die Milchexperten der EU-Kommission wenig Hoffnung. Der schwache Ölpreis schwäche die Nachfrage im Mittleren Osten. Immerhin sei das Abkommen mit dem Iran ein Hoffnungsschimmer.

Zahlen von Juni deuteten darauf hin, dass sich der Produktionszuwachs in den USA verlangsame. Nach Zahlen des MMO lagen die Milchpreise in der EU im Juni bei 30,4 Cent/kg. In der alten EU-15 wurden im Schnitt 31,10 Cent/kg gezahlt und in Osteuropa (EU-13) 26,55 Cent/kg. Branchenverbände forderten in der Sitzung eine Steuerung des Angebots in der EU, höhere Interventionspreise und zusätzliche Einkommensstützungen für die Erzeuger. (Mö)
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