Handelspolitik

Angst vor Milch aus Neuseeland

Pläne für ein Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Neuseeland werden in der europäischen Landwirtschaft kritisch verfolgt. Grundsätzlich sieht man auch beim Milchindustrieverband in Deutschland keine Vorteile darin, bei Agrarprodukten und Lebensmitteln die Handelshemmnisse abzubauen. Die als handelsliberal geltende EU Kommissarin Cecilia Malmström, hat bei der Generalversammlung des Europäischen Milchindustrieverbandes (EDA) erneut die Bedeutung einer engeren Kooperation mit dem pazifischen Land betont. „Geopolitisch ist Neuseeland ein wichtiger Partner“, stellte die Schwedin fest. Gleichzeitig deutete sie an, dass in den Verhandlungen auch die Interessen der europäischen Landwirte und dabei vor allem der Milchbauern berücksichtigt werden sollen.

„Wir schauen uns das an, Freihandel mit Milch mit Neuseeland wird es so nicht geben“, zitiert der deutsche Milchindustrieverband (MIV) die Rede der Kommissarin in einer Pressemitteilung. Der MIV sieht in dieser Aussage ein positives Signal. Ingo Müller (CEO DMK und EDA-Vorstand) sprach in Stockholm das Pro und Contra von Freihandelsabkommen an. Einerseits suche die EU erleichterten Marktzugang in Drittländern. Andererseits wäre es nicht im Interesse der europäischen Milcherzeuger, wenn sich die EU allen exportstarken Drittländern öffnen würde. (SB)
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