Weidehaltung

Angst vor dem Wolf erreicht die Küste

Tierhalter in Niedersachsen sind über die Ausbreitung des Wolfes immer mehr beunruhigt und fürchten um die Zukunft der Weidehaltung. In jüngster Zeit treffe es die Rinderhalter an der Küste, die „grausame Erfahrungen“ mit dem Wolf machen mussten, berichtet der Landvolk-Pressedienst.

„Unsere Tierhalter sind hochgradig alarmiert, nachdem ein amtlich bekanntes Rudel wiederholt Rinder auf der Weide angegriffen hat“, erklärt Jan Heusmann vom Landvolkkreisverband Wesermünde. Auf den weitläufigen Wiesen, die durch Gräben voneinander getrennt sind, seien die Rinder eine leichte Beute für den Wolf.

Die Wölfe hätten entgegen früheren Beteuerungen ihr Verhaltensmuster geändert und gelernt, dass sie mit anderen Jagdmethoden auch größere Tiere wie Jungrinder und sogar tragende Rinder stellen könnten. Zwischen Cuxhaven und Stade seien einige Tiere schließlich nicht durch den für den Wolf typischen Kehlbiss getötet, sondern quasi bei lebendigem Leib aufgefressen worden, schildert Heusmann. Für Tierhalter, die diese Tiere dann auf den Weiden vorfinden, sei das eine äußerst grausame Erfahrung.

„Wir können hier mit Zäunen egal welcher Bauart keinen Hochsicherheitstrakt installieren“, betont Heusmann. Die ausgedehnten Grünlandflächen sind von unzähligen Gräben durchzogen. Zunehmend stellen die betroffenen Weidetierhalter fest, dass die Wölfe weitaus weniger scheu sind als Experten versichern. Die Beutegreifer erweisen sich zudem als äußerst lernfähig und passten ihr Verhalten stets neu ihrer Umgebung an, so das Landvolk.

Zu dem Thema veranstaltet die niedersächsische Wolfsbehörde am Dienstag, 8. November, 18 Uhr, in der Bördehalle in Lamstedt eine Informationsveranstaltung. (SB)
stats