EU-Agrarrat

Angst vor freiem Zuckermarkt

Die Zuckerpreise seien von 738 €/t im Januar 2013 auf 453 €/t im Oktober 2014 gefallen, berichtete Italien im EU-Agrarministerrat in Brüssel. Wenn die Mengenbegrenzung im Jahr 2017 auslaufe, sei mit einem weiteren Rückgang zu rechnen, lautet die Befürchtung. Deshalb fordert Italien, dass der Wegfall der Zuckerquote mit entsprechenden Begleitmaßnahmen flankiert wird.

Der französische Landwirtschaftsminister Stephane Le Foll griff den Gedanken auf und zog Parallelen zum EU-Milchmarkt. Quoten sollten nach französischer Auffassung nicht einfach gestrichen werden. Stattdessen sollten die EU-Mitgliedstaaten über alternative Instrumente zur Mengensteuerung nachdenken. Auch Belgien, Rumänien, Slowenien, Griechenland, Finnland und Kroatien wünschen sich Unterstützung für die Zuckerrübenerzeuger und die Zuckerhersteller.

Das Vereinigte Königreich, Deutschland und Portugal sprachen sich im Agrarrat dagegen aus. Sie lehnen Verzerrungen des Wettbewerbs ab.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan will nun eine Arbeitsgruppe einrichten. In der Arbeitsgruppe werden Zuckerexperten aus den EU-Mitgliedstaaten und der EU-Kommission die Lage besprechen.

Mit der Reform der EU-Zuckermarktordnung sollte die Erzeugung zu den wettbewerbsfähigsten Standorten wandern. Allerdings behindern zahlreiche EU-Mitgliedstaaten dieses Reformziel und koppeln einen Teil der Direktzahlungen an die Erzeugung von Zuckerrüben. (Mö)
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