Marktchancen

Angst vor zu vielen Bio-Umstellern


In der aktuellen Preiskriese scheint vor allem für viele Milchbauern ein Umstieg auf den Ökolandbau eine attraktive Zukunftsstrategie zu sein. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sieht keinen Grund, die schlichte Zunahme der Bioproduktion zu bejubeln. „So sehr man sich über die Zunahme von Biobetrieben und deren derzeit gute Erzeugerpreise freuen mag – man muss trotzdem deutlich daran erinnern, dass Zeiten mit unbefriedigenden Bio-Erzeugerpreisen noch gar nicht lange her sind und natürlich in nationalem und europäischem Rahmen weiter drohen“, stellt die AbL fest.

Probleme der konventionellen Landwirtschaft lösen

Aus Sicht der AbL lässt sich die aktuelle Preiskrise der konventionellen Landwirtschaft nicht durch eine Umstellungswelle zum Ökolandbau bekämpfen. Das Problem der Überproduktion könne nur mit „Veränderungen auf der Inputseite gelöst werden“ verweist die ABL auf eine Stellungnahme des Bundesverbandes der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Bio- und konventionelle Erzeugerpreise seien eng miteinander verknüpft, ebenso wie die Interessen von Öko- und konventionellen Bauern. Statt einer vordergründigen und egoistischen Strategie „Bio gegen Konventionell“ wäre ein gemeinsames Vorgehen gegen „eine ruinöse Überproduktion und die laufende Verdrängung von Bauernhöfen durch Agrarfabriken“ notwendig, so die AbL. (SB)
stats