Niedersachsen

Antibiotika gezielter einsetzen

Nach den Aussagen des Landvolks hat sich bei der Gabe von Antibiotika in der Tierhaltung bereits einiges getan: So wurde von 2011 bis 2015 die jährlich in Deutschland an Tierärzte abgegebene Antibiotikamenge bereits halbiert, heißt es in einer heutigen Mitteilung. Das sei allerdings nur ein Aspekt der Bemühungen. Landvolkvizepräsident Albert Schulte to Brinke bezeichnete die Gabe von Antibiotika zwar als unverzichtbar, versicherte aber: „Wir wollen sie noch gezielter einsetzen“. 

Der „One-Health-Ansatz“, also die gemeinsame Anstrengung von Veterinär- und Humanmedizinern, sei wichtig. Nur im Verbund beider Disziplinen seien Probleme zu lösen, so Bernd-Alois Tenhagen vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Die gezieltere Behandlung sei in der Tierhaltung der richtige Weg. Wichtig bleibe zudem insbesondere bei Geflügel die strikte Einhaltung aller Hygienevorschriften von der Schlachtung bis zur Zubereitung in der Küche.

Eine weitere Minderung von dem bisher erreichten Niveau sei aber kaum umsetzbar, schreibt das Landvolk. Potenzial zu Einsparung gebe es dennoch. Etwa durch bessere Haltung, durch mehr Schutzimpfungen oder durch den Verzicht auf prophylaktische Behandlungen zum „Sicherheitsbedürfnis“. Auch nach Einschätzung von Dr. Sabine Kurlbaum vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit lässt sich die Antibiotikareduzierung nur über eine verbesserte Tiergesundheit erreichen.

Keinesfalls dürfe diese zu Lasten des Tier- und Verbraucherschutzes gehen. Nach ihrer Einschätzung ist das Minimierungskonzept jedoch bei den Beteiligten angekommen. Weitere Lerneffekte erhofft sie sich für Landwirte durch Austausch untereinander, Stichwort „Lernen von den Besten“, oder Einbeziehung externer Berater. (mrs)
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