Grüne Woche

Antibiotikaeinsatz eingeschränkt


Vor einem Jahr hatte Schmidt angekündigt, er werde den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung stark einschränken. Diese Aussage nahm das Morgenmagazin von ARD und ZDF heute zum Anlass, beim Minister persönlich nachzufragen, wie es um sein Vorhaben steht. Schmidt will nun zügig neue Regelungen zum Einsatz bestimmter Reserveantibiotika bei Tieren auf den Weg bringen. Die Wirkstoffe müssten auch in Zukunft zur Behandlung von Mensch und Tier verfügbar sein. Dazu hat das Bundesagrarministerium (BMEL) ein Eckpunktepapier zu Änderungen der Verordnung über tierärztliche Hausapotheken erarbeitet. Er hofft, dass die laufenden Beratungen mit den Ländern und Verbänden bald abgeschlossen sind. Eine Verordnung dazu sei auf dem Weg. Nach seinen Vorstellungen soll es eine Pflicht zur Erstellung eines Antibiogramms geben. Damit muss der behandelnde Tierarzt eine begründete Wirkstoffauswahl bei der Behandlung mit Antibiotika treffen. So ist es auch im Eckpunktepapier festgehalten. "Es wird dann zu einer sehr starken Reduzierung von Reserveantibiotika kommen", kündigte Schmidt im Morgenmagazin von ARD und ZDF an.

Multiresistente Keime waren auch Thema auf dem G7-Gipfel in 2015 auf Schloss Elmau im Mai 2015. Die Bevölkerung ist verunsichert, da bereits Bakterien nachgewiesen wurden, die gegen das Antibiotikum Colistin resistent sind. Ein generelles Verbot von Reserveantibiotika in der Tierhaltung ist nach den Worten von Schmidt rechtlich und medizinisch nicht möglich. Aber die Mittel sollen nach seinen Vorstellungen nur noch dort eingesetzt werden, wo keine Resistenzen entstehen. Mit der Schrotflinte auf Bakterien schießen, dürfe, so Schmidt, nicht mehr sein. "Bei den Tieren sind wir mit der geplanten Verordnung schon weit gekommen, anders in der Humanmedizin, wo viele Verbraucher schon bei einer Erkältung zu Antibiotika greifen."  (da)
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