Biodiesel-Import

Argentinien meldet sich zurück

Argentinien steht zur Lieferung von Biodiesel nach Europa bereit.
-- , Fotos: Dieter Schütz/pixelio.de
Argentinien steht zur Lieferung von Biodiesel nach Europa bereit.

Die Anti-Dumping-Zölle auf argentinischen Biodiesel sollen bis zum 28. September kräftig reduziert werden. Das erfuhr agrarzeitung.de am Donnerstag aus Brüsseler Kreisen nach einem Treffen auf Kommissionsebene. Demnach wird der Vorschlag der Kommission, die Import-Zölle von derzeit 22 bis 25,7 Prozent auf 4,5 bis 8,1 Prozent abzusenken, angenommen. Zuvor hatte Argentinien erfolgreich bei der Welthandelsorganisation WTO gegen die Anti-Dumping-Zölle der EU geklagt. Die Einhaltung der WTO-Regeln sei ein „Eckpfeiler“ der EU-Handelspolitik, sagte eine Stimme aus der Kommission. Deshalb werde man, wie mit Argentinien vereinbart, die Zölle bis zum 28. September senken.

In zwei Wochen lieferbereit

Die argentinische Regierung sagte der Nachrichtenagentur Reuters, man sei bereit, in zwei Wochen Biodiesel nach Europa zu liefern. Die Strafzölle hatte die EU 2013 eingeführt. Im Jahr 2012 hatte Argentinien knapp 1,4 Mio. t Biodiesel Richtung EU exportiert.

Die deutsche Biokraftstoffindustrie ist alarmiert. Man prüfe nun, die Konkurrenz aus Südamerika auf anderem Wege auszubremsen, sagte ein Branchenvertreter zu agrarzeitung.de. Möglicherweise könne der Vorwurf der unfairen Subventionen als Hebel dienen. Denn Argentinien besteuere den Export von Sojabohnen so hoch, dass deren Ausfuhr sich nicht lohnte und hohe Mengen an Bohnen im Inland zu Biodiesel verarbeitet würden. Dieser wiederum stünde günstig für den Export zur Verfügung.

„Es ist ein schwaches Bild, dass die Europäische Kommission und die Mitgliedsstaaten keine Möglichkeit sehen, die heimische Biokraftstoffindustrie und auch die Landwirtschaft wirkungsvoll gegen die unfairen argentinischen Handelspraktiken zu schützen“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer beim Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Nach Informationen des VDB in Erwartung der Entscheidung bereits erste Tankschiffe mit Biodiesel aus Argentinien in europäischen Häfen eingetroffen.

Die Rapspreise an der Matif reagierten am Donnerstagnachmittag prompt: Um 5,25 €/t gaben der November- und Februarkontrakt nach. (pio)
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