Panorama-Beitrag

Ariwa stellt die Systemfrage

Nicht um das Anprangern einzelner Gesetzesübertretungen geht es der Tierschutzorganisation Animal Rights Watch (Ariwa) in ihrer jüngsten Kampagne. Über "die grausame Realität in der Tierproduktion" solle aufgeklärt werden. Die am vergangenen Donnerstag in der ARD-Sendung Panorama gezeigten Bilder aus Schweine- und Geflügelställen seien die Regel, betont Ariwa. 


Darüber hinaus heben die Tierschützer in ihrer jüngsten Erklärung hervor, dass ein Großteil des zu sehenden Elends in Deutschland legal sei: "Ein Leben in Kot und Gestank, Monotonie in dreckigen Betonbuchten, dementsprechende Verhaltensstörungen, ... all dies ist nicht per se verboten." Deshalb fokussiere Ariwa ihre Ressourcen darauf, einer breiten Öffentlichkeit immer wieder zu zeigen, dass Tierhaltung in Deutschland – ob formal gesetzeskonform oder nicht – in keiner Weise den ethischen Ansprüchen unserer Gesellschaft genüge.


Auch den Verdacht, dass Filmaufnahmen manipuliert seien, entkräftet die Organisation. Transparenz und Nachvollziehbarkeit seien für die Arbeit eine absolute Selbstverständlichkeit. Die Vermutung, Szenen mit einem Schweinekadaver seien inszeniert gewesen, wie sie von Schweinehalter Johannes Röring geäußert wurde, diene nur den Zweck, öffentlichen Zweifel zu säen. Nichts werde verändert oder beschädigt. 


Die Aktivisten haben Aufnahmen aus Ställen von zwölf in der Öffentlichkeit stehenden Personen aus der Agrarwirtschaft dem öffentlich rechtlichen Fernsehen zur Verfügung gestellt, um zu zeigen: "Wenn es so bei Deutschlands obersten Tierhaltern aussieht, dann sieht es überall so aus." (kbo)
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