Gemeinsame Agrarpolitik

Artenvielfalt und Verzicht auf Fleisch

Von Greenpeace bis Slow Food
Formuliert wurden die Forderungen von Organisationen wie der Europäischen Koordination Via Campesina, der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegung (IFOAM), Greenpeace und dem World Wide Fund for Nature (WWF). Unterzeichner aus Deutschland sind unter anderem der BUND, Bioland, Demeter, der Deutscher Naturschutzring, das Wormser Institut für Welternährung, das World Food Institute Berlin, der Naturschutzbund Deutschland, Naturland und Slow Food.
Zahlreiche europäische Verbände aus dem Ökolandbau, dem Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutz haben ihre Vorstellungen von der künftigen Agrarpolitik der EU in einem gemeinsamen Positionspapier zusammengefasst. Sie fordern für Landwirte „ordentliche Arbeitsverhältnisse und ein angemessenes Einkommen“ sowie einen einfacheren Zugang zu landwirtschaftlicher Nutzfläche „zur nachhaltigen Bewirtschaftung“. Die Verbände sprechen sich gegen "umweltschädliche Subventionen" sowie die Nutzung von „synthetischen und chemischen Pestiziden und mineralischen Düngemitteln“ aus. Biodiversität müsse erhalten und einem weiteren Verlust der Artenvielfalt vorgebeugt werden.

Viehaltung sollte an die Fläche gebunden werden. Die „bestehenden industrielle Viehzucht“ soll durch „extensive Alternativen“ abgelöst werden. Ein kompletter Verzicht von Antibiotika in der Tierhaltung wird nicht verlangt, aber eine „übermäßige Nutzung“ abgelehnt. Änderungen fordern die Verbände auch im internationalen Agrarhandel. Nahrungs- und Futtermittelimporte, die in Verbindung mit Rodungen stehen, werden abgelehnt. Negativer Auswirkungen auf das Recht auf Nahrung und die Lebensgrundlage von Kleinbauern im „globalen Süden“ müssten verhindert werden.

Für die Verbraucher soll ein Angebot an Lebensmitteln bereitgestellt werden, das eine „nahrhafte, saisonale, lokale, kulturell adäquate und leistbare Ernährung fördert“. Zudem sollen der Bevölkerung „Anregung zur Reduktion des Konsums tierischer Produkte“ gegeben weren. In allen Abschnitten der Lebensmittel- Warenkette müssten die Lebensmittelabfälle reduziert werden, fordern die Verbände. (SB)
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