Stoffstrombilanz

Auch Biogasanlagen einbeziehen

Die Verwertung von Gärresten soll in Zukunft dokumentiert werden.
-- , Foto: LWk NRW
Die Verwertung von Gärresten soll in Zukunft dokumentiert werden.
Dass viele Landwirte ab 2018 eine Stoffstrombilanz erstellen müssen, steht seit der Novellierung der Düngegesetzgebung fest. Wie die Neuerungen in die Praxis umgesetzt werden, soll eine Verordnung des Bundeslandwirtschaftsministeriums regeln. Eie Arbeitsgruppe aus Experten von Bund und Ländern, darunter auch Wissenschaftler des Thünen-Institutes, haben nun für das Ministerium erste Vorschläge erarbeitet.

Bilanz startet 2018
Betroffen von der Stoffstrombilanz sind ab dem Jahr 2018 Betriebe mit mehr als 50 Großvieheinheiten je Betrieb oder mit mehr als 30 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche bei einer Tierbesatzdichte von jeweils mehr als 2,5 Großvieheinheiten je Hektar. Dazu zählen auch Tierhaltungsbetriebe ohne Fläche. Zudem gilt die Verpflichtung für alle Tierhaltungsbetriebe, die Wirtschaftsdünger aus anderen Betrieben aufnehmen.

Das Expertengremium empfiehlt, für die Bilanzierung von Nährstoffmengen grundsätzlich Lieferscheine oder Rechnungen zu verwenden. Dies erhöhe die Transparenz von Nährstoffbilanzen und verbessere ihre Überprüfbarkeit, so Dr. Susanne Klages vom Thünen-Institut. Kritisch haben viele Mitglieder der vom BMEL initiierten Arbeitsgruppe (AG) angemerkt, dass die Stoffstrombilanz für die Düngeberatung nur begrenzten Wert habe, da diese Bilanzform keine Einblicke in die innerbetrieblichen Nährstoffflüsse erlaube. Mit der Bilanzierung könne nicht festgestellt werden, wie die betrieblichen Nährstoffüberschüsse auf der Fläche zu bewerten seien. Sondern es würden damit nur die Stickstoffemissionen ermittelt, sagte ein Düngeberater gegenüber agrarzeitung.de.

Eine Mehrheit der AG-Mitglieder spricht sich für die Einführung einer neuen Bewertungsmethode auf Basis von Brutto-Stickstoff-Salden ohne Abzug von Verlusten aus. Auf keinen Fall dürften Nettobilanzen herangezogen werden, die auf Schätzungen beruhen. Konsens bestand dagegen darüber, dass künftig auch Biogasbetriebe eine Stoffstrombilanz erstellen sollten. Die meisten Anlagen gehören nicht zum landwirtschaftlichen Betrieb, sondern sind in eine eigene Gesellschaft ohne Fläche zur Ausbringung von Gärresten ausgegliedert. (SB)
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