Mittlerweile grassiert die Vogelgrippe in sechs Bundesländern. Eine Freilandhaltung von Geflügel ist derzeit bundesweit verboten. Nun hat der Ausbruch des Seuchengeschehens auch Folgen für den internationalen Handel. Nach Japan, Südkorea, Hongkong, Bosnien und Herzegowina hat nun auch Südafrika eine Einfuhrsperre für Geflügel und dessen Erzeugnisse aus Deutschland verhängt. Aus früheren Ausbrüchen bestehen immer noch Handelshemmnisse mit weiteren Drittländern.

Südafrika und Hongkong wichtige Abnehmer

Wirtschaftlich bedeutend ist vor allem der Einfuhrstopp Südafrikas. Das Land ist unter den Drittländern der wichtigste Abnehmer der EU. Von Januar bis August wurden aus der EU 177.000 t nach Südafrika exportiert, das waren 34 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Hongkong wurden 79.000 t (plus 41,5 Prozent) geliefert. Die EU-Kommission rechnet damit, dass zudem einige abgestimmte Export-Veterinäratteste für Geflügelfleisch nicht mehr unterzeichnet werden, was die Erschließung neuer Märkte verhindert.

Wildente in Niedersachen infiziert

Letzter Fund des H5N8-Viurs war in dieser Woche bei einer Wildente am Eixer See in Niedersachsen. In diesem Land wird rund die Hälfte aller deutschen Hühner, Puten und Enten gehalten. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) appellierte an Geflügelhalter, strikt alle Schutzmaßnahmen einzuhalten. (da/SB)
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