Agrarministerkonferenz

Ausstieg aus dem Kastenstand

Den AMK-Vorsitz hat dieses Jahr Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer. Eines der Themen ist die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in der EU. „Die finanziellen Weichen für die neue siebenjährige GAP-Förderperiode ab 2020 werden bereits jetzt gestellt. Wir brauchen eine fundamentale Neuausrichtung und eine Abkehr von der reinen Flächenförderung“, sagte Meyer heute vor Journalisten in Hannover.

Meyer kritisiert das Zwei-Säulen-Modell der Direktzahlungen. Es müsse „schleunigst modernisiert“ werden. Als Eckpunkte für die Weiterentwicklung der GAP nannte Meyer neben der Unterstützung kleiner und mittlerer landwirtschaftlicher Betriebe insbesondere die zukünftige Orientierung der Agrarbeihilfen „an Qualität statt an Quantität“. Der AMK-Vorsitzende schlug ein „rechtssicheres Punktesystem“ vor, auf dessen Grundlage die Landwirte Geld aus Brüssel erhalten sollten, „die sich für mehr Tierwohl, für Artenvielfalt sowie für Umwelt- und Klimaschutz einsetzen."

Ferner wollen die Agrarminister sich über die Verlängerung von Glyphosat über weitere zehn Jahre abstimmen. Die grünen Länder, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hessen sind gegen eine weitere Zulassung. Um das Urteil zum Kastenstand in der Sauenhaltung endlich umzusetzen, fordert Meyer schon jetzt den Bund auf, eine Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung auf den Weg zu bringen. Eine Übergangsregelung fü betroffene Betriebe ist auch in seinem Sinne. (da)
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