Erneut hat die Weltgesundheitsorganisation eine heftige Debatte angezettelt. IFür Aufregung sorgt die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), die Wurstwaren und rotes Fleisch als potenziell krebserregend einstuft. „Die davon losgetretene Diskussion ist an Irrwitzigkeit kaum mehr zu überbieten, denn zwei wichtige Details werden einfach verschwiegen“, urteilt Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV).

Zum einen gehe es in der IARC-Studie ausschließlich darum, herauszufinden, welche Stoffe grundsätzlich Krebs auslösen könnten. Das wurde zum Beispiel auch schon für Aloe Vera, Holzstaub oder bestimmte Inhaltsstoffe aus Äpfeln festgestellt. Eine Risikobewertung nehme die IARC jedoch ausdrücklich nicht vor.

Zum anderen gehöre Fleisch zu einer ausgewogenen Ernährung. Denn Fleisch enthalte hochwertige Eiweiße, wichtige Vitamine und lebensnotwendige Spurenelemente wie Eisen, so der BBV. „Das wissen auch all diejenigen, die jetzt eine Kampagne gegen das Fleischessen lostreten wollen“, so Heidl. „Sie verdrehen die Tatsachen, um Stimmung zu machen und Ängste zu schüren.“ Das sei verantwortungslos. Unabhängig von den Ergebnissen der WHO sei klar, dass falsche oder einseitige Ernährung die Gesundheit gefährden kann. Doch die Entscheidung, zu welchen Lebensmitteln jeder greift oder wieviel man davon isst, muss laut Heidl jedem selbst überlassen bleiben.

Der BBV weist außerdem auf Reaktionen im Internet hin. Unter dem Hashtag #wurstgate reagiere die Online-Community auf die alarmierende Meldung der WHO und mache sich „regelrecht lustig". (az)

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