Protestaktion

BDM fordert vom Handel 40 Cent

Nachdem Mitglieder des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) vor einer Woche bei Molkereien demonstrierten, besuchten sie am Montag um „5 nach 12“ bundesweit Ladengeschäfte und Zentralen der großen Handelsketten, um auch dort eine Resolution zu übergeben. „Wir besuchen bewusst beide Seiten, um zu verdeutlichen, dass in der jetzigen Situation wirklich Jeder seinen Teil für eine Verbesserung der Situation der Milchviehhalter beitragen kann und muss“, erklärt BDM-Vorsitzender Romuald Schaber die Aktion.

Handel soll Markterholung stabilisieren

Der Handel sei nicht der Verursacher der aktuellen Krise auf dem Milchmarkt, betont der BDM. Der Handel solle daher auch nicht in den Markt eingreifen und die Krise lösen. „Allerdings kann und muss auch der Handel Verantwortung übernehmen und im Rahmen seiner Möglichkeiten die Markterholung stabilisieren, die sich vor allem durch den europaweiten Rückgang der Milchmengen bereits eingestellt hat“, fordert Schaber.

Mehrerlöse an Milchbauern weitergeben

„Unsere zentrale Forderung an den Handel lautet, den Einstandspreis für alle Milchprodukte sofort auf ein Niveau zu heben, das eine umgehende Anhebung des Milchauszahlungspreises an die Milchviehhalter auf mindestens 40 Cent ermöglicht“, so Schaber. Gleichzeitig solle der Handel bei den Molkereien darauf bestehen, dass diese die Mehrerlöse sofort und vollständig an die Milchviehhalter weitergeben. Aus Sicht des BDM ist es „völlig inakzeptabel, dass man Preissenkungen fast unmittelbar, Preissteigerungen aber meist erst mit einem Zeitverzug von fast drei Monaten an die Milchbauern weitergibt“. (SB)
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