Milchmarkt

BDM mahnt Jamaika-Parteien zu Reformen

Die im Bundeverband der Milchviehhalter organisierte Milcherzeuger erhoffen sich von der neuen Bundesregierung mehr politische Einflussnahme auf den Milchmarkt. In einem Eckpunktepapier fasste der BDM seine zentralen Forderungen an die Verhandlungsführer von CDU, CSU, FDP und Grünen zusammen.

Milchübermengen organisiert eindämmen

Um Milchmarktkrisen wirkungsvoll entgegenzuwirken und die deutsche wie auch die europäische Milchviehhaltung zukunftsfähig machen zu können, müsse sich die zukünftige Bundesregierung auf EU-Ebene für eine Erweiterung des bestehenden Sicherheitsnetzes für den Milchmarkt einsetzen. Der BDM nennt einige Maßnahmen und Instrumente, die aus seiner Sicht wichtig sich, um die wirtschaftlichen Folgen von Preiskrisen abzumildern. So müssten Krisenphasen Milchübermengen organisiert und strukturiert eingedämmt werden, statt sie einzulagern. Die vorhandenen Milchpulverbestände müssten jetzt marktunschädlich abgebaut werden.

Massive Wertschöpfungsverluste vermeiden

Die politisch Verantwortlichen werden dazu aufgerufen, die nötigen juristischen Voraussetzungen für die vom BDM konzipierten Milchmarkt-Kriseninstrumente zu schaffen. Im Marktkrisenfall wünscht sich der BDM eine schnelle Aktivierung des Krisenmanagements, um massive Wertschöpfungsverluste zu vermeiden und die Milchviehbetriebe nicht weiter substanziell zu schwächen.

Klare politische Vorgaben für Lieferverträge

Der Molkereibranche und den Milchviehhaltern sollen „konkrete vertragliche Vereinbarungen über Preis, Menge und Vertragslaufzeit“ vorgegeben werden, fordert der BDM. Ver der Verteilung der EU-Agrarzahlungen müssten die besonderen Leistungen der Tierhalter für die Vitalität der ländlichen Räume berücksichtigt werden.

Herkunft der Rohstoffe kennzeichnen

In der Tierwohldebatte fordert der BDM Sachlichkeit und Fairness und einen Vorrang für Anreizsysteme gegenüber dem Ordnungsrecht. Bei Freihandelsabkommen müsste die Themen Ernährungssouveränität, Fairness, eine nachhaltige Wertschöpfung für die ländlichen Räume und das Prinzip der Kreislaufwirtschaft „oberste Priorität“ haben. Außerdem fordert die BDM eine bessere Kennzeichnung der Rohstoffherkunft in verarbeiteten Lebensmitteln. (SB)
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