Milchmarkt

BDM und AbL loben Mengensteuerung


Der Bund deutscher Milchviehhalter (BDM) bekräftigte am Rande der Agrarministerkonferenz (AMK) in Göhren (Mecklenburg-Vorpommern) seine Forderung nach einer Reduzierung der Milcherzeugung. „Wir begrüßen es sehr, dass ein ganz überwiegender Teil der Agrarministerinnen und Agrarminister hartnäckig und vor allem ergebnisorientiert verhandelt hat, ohne sich Denkverbote aufzuerlegen“, zeigt sich Romuald Schaber erleichtert. „Die Beschlüsse zeigen Marktvernunft der AMK-Teilnehmer“, kommentierte der BDM-Vorsitzende das Ergebnis. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) wird aufgefordert, das Votum der Minister ernst zu nehmen und notwendige Schritte zügig umzusetzen. Den Milchbetrieben bleibe angesichts weiter fallender Preise nicht viel Zeit. Auch die Verbände der Molkereiwirtschaft und der Bauernverband seien gefordert, „alle Vorbehalte hintenanzustellen und sachorientiert an schnellen Wegen aus der Krise aktiv mitzuarbeiten“, erklärte Schaber.

AbL: Bonus für Betriebe, die den Markt entlasten

Einen „großen Fortschritt“ sieht die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) in dem Beschluss der AMK. „Milcherzeuger, die den übervollen Milchmarkt nicht noch weiter belasten, müssen über einen Bonus honoriert werden, und einen Malus müssen die zahlen, die nicht einsehen wollen, dass in dieser Krise alle ihren Beitrag zur Marktentlastung leisten müssen“, erläutert Ottmar Ilchmann, Milchbauer in Ostfriesland und stellvertretender Bundesvorsitzender der AbL. Wie das praktisch gehe, zeigten die Beispiele der niederländischen FrieslandCampina und der Gmundener Molkerei in Österreich.

Brunner: Beschluss trägt bayerische Handschrift

Zufrieden zeigte sich auch der Bayrische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU), der den Kompromiss als „Ergebnis mit bayerischer Handschrift“ bezeichnete. „Trotz anfangs sehr unterschiedlicher Positionen waren wir uns am Ende einig, dass in dieser Krisensituation neben zusätzlichen Liquiditätshilfen eine Verringerung der Rohstoffmenge unverzichtbar ist“, sagte der Minister.

Meyer: Empfindliche Niederlage für Schmidt

Auch Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) begrüßt die AMK-Entscheidung. „Wir brauchen solche Anreize zur Mengenanpassung. Denn der Milchmarkt läuft über, die Preise sind weiter im Sinkflug, und unsere Bauern stehen mit dem Rücken zur Wand", erklärte Meyer. Der Beschluss sei zugleich eine empfindliche Niederlage für Bundesagrarminister Christian Schmidt. (SB)
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