Mecklenburg-Vorpommern

BUND klagt gegen Hähnchenstall


Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat gegen die Genehmigung eines Hähnchenmaststalls in Wattmannshagen bei Güstrow Klage beim Verwaltungsgericht Schwerin eingelegt. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Rostock (STALU) hatte im Dezember 2015 den Widerspruch des BUND gegen die Genehmigung abgewiesen.

Amt sieht keine Konflikte

Geplant ist eine Anlage für 200.000 Masthähnchen. Der BUND kritisiert den nahen Abstand zu Wohnbauten und einem Altenpflegeheim in der Gemeinde. Die Richtwerte für Geruchsbelastungen von Anwohnern werden nach Meinung des BUND „deutlich überschritten“. Durch Emissionen seien geschützte Biotope wie Wald, Seen und das Grundwasser betroffen. Der Bau der Großanlage verstößt nach Ansicht des BUND gegen weitere Rechtsvorschriften. So hätte ein Raumordnungsverfahren durchgeführt werden müssen. Das zuständige Amt habe jedoch keine Konflikte gesehen, obwohl die Anlage in einem Tourismusentwicklungsraum errichtet werden solle. Ein Brandschutzkonzept für die mit Stroh eingestreute Anlage sei nicht vorgelegt worden. Die Mastanlage würde zudem in „fahrlässiger Nähe“ zu bereits bestehenden Geflügelanlagen im Dorf errichtet.

Backhaus verweist auf geringte Viehdichte

Der geplante Stall in Wattmannshagen sei eines von mehr 40 Vorhaben, die zusätzlich zu den bereits 382 bestehenden Geflügelanlagen mit bis zu 900.000 Tieren in Mecklenburg-Vorpommern errichtet werden sollen, teilt der BUND mit. Kritik an einer „Massentierhaltung“ in Mecklenburg-Vorpommern hatte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) in der vergangenen Woche zurückgewiesen. Fakt sei, dass der durchschnittliche Tierbesatz in Mecklenburg-Vorpommern nur 0,4 Großvieheinheiten (GV)/ha betrage. Das sei lediglich die Hälfte des bundesdeutschen Durchschnitts. Er liege auch weit unter den Tierdichten von NRW mit 1,35 GV/ha oder Niedersachsen mit 1,25 GV/ha und Schleswig-Holstein mit 1,07 GV/ha, so Backhaus. (SB)
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