Fleischatlas

BUND macht Front gegen Ställe


Eine interaktive Karte zeigt, wo neue Ställe geplant sind.
-- , Foto: Screenshot Website BUND
Eine interaktive Karte zeigt, wo neue Ställe geplant sind.

Kurz vor Auftakt der Internationalen Grünen Woche in Berlin stellen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Heinrich-Böll-Stiftung am Mittwoch den „Fleischatlas Deutschland Regional 2016“ vor. Die Präsentation des Papiers verknüpfen die Organisationen mit der Forderung, die Politik möge „effektive Maßnahmen“ gegen das „Höfesterben“ einleiten.

Auf 50 Seiten zeigt der Fleischatlas Daten, Fakten und Grafiken zu Fleischproduktion und –konsum in den 16 deutschen Bundesländern. BUND und Heinrich-Böll-Stiftung ziehen daraus folgendes Fazit: Die Produktion von Fleisch konzentriere sich auf immer weniger Betriebe; gleichzeitig setze sich das „Höfesterben ungebremst fort“.

Kleinbauern versus agroindustrielle Landwirtschaft

Massiv seien Höfesterben, Konzentrationsprozesse und eine zunehmende Industrialisierung in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen in der Rinder- und Schweinezucht, so Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung. In Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg nehme zwar die absolute Zahl der Schweine- und Hühnerhaltungen ab, die verbliebenen Betriebe würden jedoch immer größer. Unmüßig sieht darin einen Beleg für einen „tiefgreifenden Strukturwandel zu Lasten kleinbäuerlicher und mittelständischer Betriebe“. Dabei würde eine „agroindustrielle Landwirtschaft“ befördert, „deren Folgen für das Tierwohl und die natürlichen Lebensgrundlagen auf immer weniger gesellschaftliche Akzeptanz stoßen“.

Die Verfasser des Fleischatlas beklagen, dass vor allem in bestehenden Veredelungshochburgen immer neue Mastplätze entstünden: So seien in Niedersachsen zwischen 2012 und 2015 mehr als 150.000 Schweinemastplätze neu genehmigt worden. Einen ähnlichen Trend zeige die Geflügelfleischproduktion nicht nur in Niedersachsen, sondern auch in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen. Daher fordern die Organisationen von der Bundesagrarpolitik, den „Irrsinn von Massenproduktion, Export und Maximierung von Profiten“ zu beenden und stattdessen bessere Tier- und Naturschutzstandards zu gewährleisten.

Wo in Deutschland neue Tiermastplätze geplant sind, zeigen BUND und Heinrich-Böll-Stiftung auf einer landkreisgenauen, interaktiven Karte. (pio)
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