MiFID-II-Richtlinie

BVA warnt vor überzogenen Meldepflichten

Freier Markt, das Bekenntnis zur innovativen Landwirtschaft und ein starkes Landwirtschaftsministerium - das waren die Kernbotschaften des Bundesverbands der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA), bei einem Meinungsaustausches zwischen dem Verbandspräsidenten, Rainer Schuler, und dem Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Dr. Hermann Onko Aeikens, in Berlin.

Deutschland ist mit rund 68 Mrd. € der drittgrößte Agrarexporteur weltweit und mit mehr als 70 Mrd. € Einfuhren gleichzeitig Nettoimporteur, betont Schuler und macht damit deutlich, dass der Handel in der Agrar- und Ernährungswirtschaft damit eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft darstellt. Diese Position dürfe nicht durch „zunehmende etwa übertriebene Finanzmarkt-Regulierungen“ (MiFID) gefährdet werden, mahnte der Präsident. Der Agrarhandel bekenne sich klar zu einem freien Markt. Als Erfasser landwirtschaftlicher Produkte, Vorlieferant für die verarbeitende Industrie und Exporteur sei der Agrarhandel daher täglich gefordert, sich gegen Marktpreisschwankungen über die Warenterminbörse abzusichern. Alltäglich seien zudem Forward-Lieferkontrakte zwischen den Geschäftspartnern. „Eine überzogene Meldepflicht von Börsen- und OTC-Geschäften im Rahmen der MiFID-II-Richtlinie lehnt der BVA daher ab“, so Schuler weiter.

Oberstes Ziel von Agrarhandel und Landwirtschaft bleibe die sichere Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Nahrungsmitteln zu bezahlbaren Preisen. Eine nachhaltige Produktion unter Beachtung ökonomischer als auch ökologischer Anforderungen setze eine innovative Landwirtschaft voraus. Dazu gehört nach Ansicht des BVA etwa die Entwicklung neuer technischer Lösungen bei der Ausbringung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln genauso wie die Anwendung neuer Züchtungstechniken. In diesem Zusammenhang fordert Schuler ein klares BMEL-Bekenntnis zur modernen Landwirtschaft und eine klare Positionierung dazu auf EU- und nationaler Ebene. (SB)
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