Die BVVG hat immer weniger Flächen in Ostdeutschland
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Die BVVG hat immer weniger Flächen in Ostdeutschland

Mit der Privatisierung von landwirtschaftlichen Flächen und Wald in Ostdeutschland erzielte der deutsche Staat im vergangenen Jahr einen Gewinn von 436 Mio. €. Insgesamt hat die bundeseigene BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH 2013 rund 15.100 ha ehemals volkseigene Flächen verkauft.

Den durchschnittlichen Preis für einen Hektar bezifferte BVVG-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Müller heute in Berlin auf 15.411 (Vorjahr: 13.761) €. Zum Vergleich zog Müller den Bodenpreis von 2012 in Westdeutschland in Höhe von 22.300 €/ha heran.

In freien Ausschreibungen hat die BVVG im Jahr 2013 rund 8.900 ha landwirtschaftliche Flächen verkauft und 11.600 ha verpachtet. Die Ausschreibungslose waren im Durchschnitt 9,5 ha groß und damit uninteressant für Kapitalanleger, erklärte Müller.

Alteigentümer haben weiter Priorität. Derzeit liegen noch 909 Anträge von Alteigentümern auf begünstigten Erwerb zur Bearbeitung vor. Dafür würden etwa 16.500 ha benötigt. Bis Ende 2014 solle diese Verkaufsform abgeschlossen sein. Knapp 10.700 ha Land hat die BVVG an berechtigte Pächter direkt also ohne Ausschreibung im Jahr 2013 verkauft.

Die seit Mai 2013 gültigen Privatisierungsregeln haben sich in der Verkaufspraxis nach einer ersten Einschätzung bewährt. So wurde die Losgröße verkleinert und Junglandwirte werden zuvorkommend berücksichtigt. Ausführlich erläuterte der BVVG-Chef die Entwicklungen auf dem Bodenmarkt.

Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Flächen steige stetig, während die landwirtschaftliche Nutzfläche abnehme. Daran könne auch die BVVG nichts ändern, so Müller. Die Vorwürfe der Preistreiberei würden auch durch ständige Wiederholungen nicht richtiger. Die BVVG halte sich an die Privatisierungsregeln und verkaufe Flächen zum Marktwert. Damit werde sichergestellt, dass keine Beihilfe erfolge.

„Um Vorwürfen der Preistreiberei entgegen zu treten, gibt die BVVG in den Ausschreibungen auch keinen Orientierungswert vor. Jeder Bieter entscheidet selbst, wie viel ihm die angebotene Fläche wert ist“, ergänzte Co-Geschäftsführer Dr. Detlev Hammann. Insgesamt rechnet die BVVG für das neue Jahr 2014, rund 37.700 ha zu verkaufen. Damit könnte die Gesellschaft einen Überschuss von rund 440 Mio. € erzielen. (da)
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