Während bei Eiern seit April 2015 die Haltungsform auf den Produkten aufgedruckt ist, muss bei Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch gemäß EU-Lebensmittel-Informationsverordnung bislang nur der Herkunfts- und Schlachtort der Tiere vermerkt werden. „Ähnlich wie bei Eiern wäre es aber wünschenswert, wenn auch die Prozessqualität, sprich die Haltungsform, auf den Produkten kenntlich gemacht würde“, fordert Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in Mecklenburg-Vorpommern. Nur so könnten Verbraucher qualifizierte Kaufentscheidungen treffen. „Das schafft Klarheit bei den Verbrauchern und honoriert höhere Standards bei den Erzeugern“, so Backhaus.

Die Unterscheidung in „Bio“ und „Konventionell“ ist laut dem Landesminister längst keine ausreichende Differenzierung mehr. „Auch in der konventionellen Nutztierhaltung gibt es eine große Bandbreite an unterschiedlichen tierfreundlichen Haltungsformen, über die Verbraucher bislang keine ausreichende Kenntnis erhalten“, sagte Backhaus. Demnach bekämen Erzeuger höhere Standards wie bessere Ställe, mehr Platz, Einstreu, Auslauf und Weidegang nicht angemessen vergütet. (sp)
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