Mecklenburg-Vorpommern

Backhaus wütend über Fleischatlas


Der von der den Grünen nahe stehenden Heinrich-Böll-Stiftung und des BUND veröffentlichte „Fleischatlas“ provoziert heftige Reaktionen. „Das ist pure Grünen-Ideologie“, kritisiert Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus. Der SPD-Politiker spricht den Autoren die politische Neutralität ab. Er vermutet, dass ein Land mit einer höheren Viehdichte nur deshalb besser bewertet werde als Mecklenburg-Vorpommern, weil dort die Grünen in der Regierung sitzen.

Ökohaltung wird bevorzugt gefördert

Immer wieder werde mit falschen Behauptungen Stimmung erzeugt, so der Minister. Zwar sei es richtig, dass es einige größere Stallanlagen gibt. Diese wurden aber nicht durch die Landesregierung gefördert, wie immer behauptet werde. Durch die Förderbedingungen sei eine Förderung von sogenannten "Megaställen" durch das Landwirtschaftsministerium ausgeschlossen. Das förderfähige Investitionsvolumen sei auf 1,5 Mio. € und der Förderbetrag auf 400.000 € in drei Jahren begrenzt. Die Ökotierhaltung werde bevorzugt gefördert und erhalte einen höheren Fördersatz. Es werde zudem verkannt, dass Mecklenburg-Vorpommern schon historisch bedingt größere landwirtschaftliche Strukturen habe.

Haupterwerb erfordert andere Betriebsgrößen

Verschwiegen werde, dass das Bundesland ein Agrarland mit wenigen Industriearbeitsplätzen ist. Ein Vergleich mit Industrieländern verbietet sich deshalb. Die Landwirte müssten von ihrer Arbeit leben, das heißt sie arbeiten im Haupterwerb, während in Baden-Würtemberg dagegen viele kleine Nebenerwerbslandwirte tätig sind. „Für die ist die Tierhaltung mehr oder weniger Hobby”, stellt der Minister klar.

Tierbesatz unter dem Bundesdurchschnitt

Fakt ist, dass der durchschnittliche Tierbesatz in Mecklenburg-Vorpommern nur 0,4 Großvieheinheiten (GV)/ha beträgt. Das ist lediglich die Hälfte des bundesdeutschen Durchschnitts. Er liegt auch weit unter den Tierdichten von NRW mit 1,35 GV/ha oder Niedersachsen mit 1,25 GV/ha und Schleswig-Holstein mit 1,07 GV/ha. Gerade in den Ländern mit „Grünen“ Landwirtschaftsministerien wie NRW und Niedersachsen habe die Viehdichte in den vergangenen Jahren noch zugenommen, wohingegen in MV die Viehdichte von 0,43 auf 0,41 GV/ha abgenommen habe. Durch den geringen Tierbesatz pro Fläche könne die Gülle in Mecklenburg-Vorpommern umweltverträglich als Dünger verwendet werden. (SB)
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