Fipronil

Backwaren und Eierprodukte belastet

Nicht nur frische Eier, sondern auch zahlreiche eihaltige Lebensmittel wie Eierlikör, Backwaren und Eiersalate sind laut Süddeutscher Zeitung (SZ) mit Fipronil belastet. Das Bundesagrarministerium (BMEL) teilte gegenüber der der SZ mit, dass von fast 500 Proben mehr als 100 belastet gewesen seien. Davon hätten 25 "über dem einschlägigen Rückstandshöchstgehalt" gelegen, zitiert die Zeitung das Ministerium. Seit Anfang August testen die Behörden demnach verschiedene eihaltige Produkte auf Spuren von Fipronil. Insgesamt 800 Proben sollen bis Ende Oktober untersucht werden. Das Zwischenergebnis liegt der Zeitung vor.

Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) wirft Schmidt vor, durch zu hohe Rückstandswerte die Ergebnisse zu verwässern, um möglichst wenige Produkte zurückrufen zu müssen. "Bei Fipronil muss auch für verarbeitete Produkte die Maxime gelten: null Toleranz. Das wäre ein deutliches Signal an die Panscher", sagte Meyer.

Auch Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen, meldete sich heute zu den neuesten Enthüllungen zu Wort: "Agrarminister Schmidt muss als eine der letzten Amtshandlungen dafür sorgen, dass fipronilbelastete Lebensmittel konsequent aus dem Verkehr gezogen werden – sobald der zulässige Rückstandswert überschritten wird und nicht erst dann, wenn Gefahr droht." „Stille Rückrufe“ seien nicht akzeptabel, weil sie nicht dafür sorgten, dass die belasteten Produkte auch aus den Kühlschränken verschwinden. "Der Fipronil-Skandal macht deutlich: Wir brauchen endlich eine bessere Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit auch bei verarbeiteten Eiern", so Hofreiter in Berlin.

Aufgabe der Länder

Am Nachmittag gibt auch Bundesagrarminister zu der nun bekannt gewordenen Fipronil-Belastung in Backwaren ein Statement ab:"Nach der grundgesetzlichen Kompetenzverteilung ist die Lebensmittelüberwachung (auch in einem Ereignisfall) Aufgabe der Länder. Es liegt allein in der Zuständigkeit der Länder zu entscheiden, welche analytischen Methoden in der Lebensmittelüberwachung eingesetzt werden. Um Rechtsverstöße ahnden zu können, müssen die verwendeten Verfahren so leistungsfähig sein, dass der gesetzlich festgelegte Rückstandshöchstgehalt für das jeweilige Lebensmittel bestimmt werden kann.
Es ist zudem Aufgabe der zuständigen Überwachungsbehörden in den Bundesländern, die Öffentlichkeit in eigener Zuständigkeit über Erkenntnisse aus ihrer Überwachungstätigkeit zu informieren, wenn dies erforderlich erscheint", sagte Schmidt heute in Berlin. (da)
stats