Echa-Gutachten

Bald neue Daten zu Glyphosat

Schon diesen Mittwoch diskutierten die Wissenschaftler der Europäischen Chemikalienagentur (Echa) in Helsinki über die Umwelt- und Gesundheitsrisiken des Herbizid-Wirkstoffs. Nächsten Mittwoch könnte sie zu einem Ergebnis kommen, erklärte Echa-Pressesprecherin Hanna-Kaisa Torkkeli. Falls nicht, dann werde im Juni weiterdebattiert. Die EU-Kommission will das Echa-Gutachten im weiteren Zulassungsprozess von Glyphosat berücksichtigen.

Echa vergibt Symbole
Die Echa ist in der EU für die chemikalienrechtliche Einstufung von Stoffen zuständig, zu denen auch Pflanzenschutzmittelwirkstoffe gehören. Die EU-Behörde mit Sitz in Helsinki klassifiziert nach einem global einheitlichen System, damit überall auf der Welt anhand einfacher Symbole sofort erkennbar ist, ob das Produkt etwa giftig oder explosiv ist.
Glyphosat ist chemikalienrechtlich bisher hinsichtlich zweier Kriterien mit Gefahrensymbolen versehen. Es gilt als reizend für die Augen und als toxisch für Wasserorganismen. Die Echa muss prüfen,  zusätzlich als drittes Kriterium einen Warnhinweis aufzunehmen, dass bei chronischer Aufnahme von Glyphosat Organschäden auftreten können. Nicht vorgeschlagen ist hingegen die Klassifizierung als krebserregend, reproduktionstoxisch oder genotoxisch. Das würde das Aus für den Wirkstoff bedeuten.

Glyphosat ist bis Ende 2017 zugelassen. Allerdings sollen die EU-Mitgliedstaaten die Anwendung vor der Ernte und in öffentlichen Anlagen möglichst untersagen. Die Chemikalienagentur ist derweil Vorwürfen von Greenpeace ausgesetzt, ihre Gutachter seien nicht unabhängig. Echa rechtfertigte sich, die Agentur nehme durchaus Wissenschaftler, die zuvor für die Industrie gearbeitet hätten. Deren Expertenwissen sei gewünscht. Allerdings müssten sie sicherstellen, dass es keine Interessenskonflikte mehr gebe. (Mö)
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