Agrarministerkonferenz

Bauern demonstrieren in Fulda


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Heute demonstrierten die Landwirte unter der Regie des Bauernverbandes, morgen plant der Bundesverband der Milchviehhalter eine Kundgebung in Fulda. Dort treffen sich die Agrarminister von Bund und Ländern in dieser Woche zu ihrer Herbstkonferenz. Unter dem Motto „Landwirtschaft braucht Zukunft“ demonstrierten nach Angaben des Bauernverbandes mehr als 500 Bauern und Bäuerinnen mit zahlreichen Traktoren auf der Pauluspromenade in Fulda, um den Agrarministern der Länder und des Bundes ihre Sorgen und Nöte vorzutragen.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Tagungshotel hatte der Bauernverband eine Mauer aus Kartons aufgebaut. Die beschrifteten „Bausteine“ stellten symbolisch bestimmte Hemmnisse dar, die den Bauern das Leben schwer machen. Beispiele sind der Flächenfraß, die Bürokratie, Stromtrassen, Wettbewerbsnachteile, überzogene Umweltauflagen, die Aushöhlung der Eigentumsrechte, aufwändige Baugenehmigungsverfahren, die neue Jagdverordnung, die Diffamierung der Tierhalter und nicht zuletzt die zu geringe Wertschätzung von Lebensmitteln. Die Agrarpolitiker wurden aufgefordert, diese Hemmnisse zu beseitigen.

Bäuerinnen und Bauern verkauften Grillwürstchen für 19 Cent pro Stück mit Brötchen (1 Cent) und Milch (0,5 Liter für 14 Cent) zu Erzeugerpreisen, um so die katastrophale Erlössituation in der Landwirtschaft zu verdeutlichen. Der Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel werde auf dem Rücken der Bauern ausgetragen, kritisierten die Demonstranten. Von einem Euro, den Verbraucher für Nahrungsmittel ausgeben, erhalte der Landwirt heute im Durchschnitt nur noch 25,4 Cent, so der Hessische Bauernverband. Die extreme aktuelle Preissituation auf vielen Märkten, insbesondere für Milch, Rind- und Schweinefleisch sowie für Obst und Gemüse bedrohe die Existenz vieler landwirtschaftlicher Betriebe. (SB)
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