Agrarministerkonferenz

Bauern fordern Unterstützung


Hunderte Landwirte forderten heute in Göhren Unterstützung von den Agrarministern.
-- , Foto: Vitense
Hunderte Landwirte forderten heute in Göhren Unterstützung von den Agrarministern.

Seit heute tagen die Agrarminister von Bund und Ländern in Göhren-Lebbin (Mecklenburg-Vorpommern). Gastgeber Till Backhaus will das Treffen nutzen, um Wege aus der Milchkrise zu finden. Begleitet werden die Beratungen von Protestaktionen der Landwirte. Vor allem die von niedrigen Milchpreisen in ihrer Existenz bedrohten Bauern machen die Politiker auf ihre Lage aufmerksam. Bereits bei der Ankunft der Minister schütteten Mitglieder des Bundes deutscher Milchviehalter (BDM) heute Milch auf die Straße, um so deutlich zu machen, dass die Milchmenge reduziert werden muss. Auch Hunderte Mitglieder des Deutschen Bauernverbandes (DBV) protestierten mit Slogans wie „Kein Ackern für Akten" und „Hände weg von den Direktzahlungen“ rund um den Tagungsort. Morgen ist eine weitere Demonstration geplant, zu der der BDM aufruft.

Dabei soll deutlich gemacht werden, dass die Landwirte „in dieser extremen Marktsituation Ablenkungsdiskussionen und Schaumschlägerei“ nicht tolerieren werden. Stattdessen seien „echte Krisenlösungen, die das Problem an der Wurzel anpacken“ notwendig, fordert der BDM. Aus Sicht des BDM wären das zuerst Maßnahmen zur Mengenreduzierung. EU-Agrar-Kommissar Phil Hogan habe Spielräume für eine Mengenrücknahme eröffnet, die nun national unterstützt und genutzt werden müssten.

Vor diesem Weg hat sich heute noch einmal der Deutsche Bauernverband (DBV) gewarnt. Er fordert die Landwirte finanziell zu unterstützen, zum Beispiel durch Zuschüsse an die Landwirtschaftliche Unfallversicherung, Bürgschaftsprogramme, Liquiditätshilfen und Erleichterungen im Steuerrecht. (SB)
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