Erdkabel

Bauern fürchten Ertragsverluste


Deutliche Kritik übt der DBV am Beschluss des Bundeskabinetts, den Ausbau des Netzes an Gleichstromtrassen vor allem über Erdkabel voranzutreiben. Im Vergleich zu herkömmlichen Freileitungen seien mit Erdkabeln deutlich stärkere Eingriffe in die Landwirtschaft und in die Bodenstruktur verbunden, betont der DBV im Vorfeld einer Anhörung im Bundestagsausschuss für Wirtschaft am Mittwoch.

So hätten Gleichstromtrassen zwar eine niedrigere Wärmeabstrahlung als die bisher üblichen Wechselstromtrassen, räumt der Verband ein. Doch auch bei diesen Vorhaben seien dauerhafte erhebliche Produktionseinbußen auf landwirtschaftlichen Flächen zu befürchten. Denn eine Bodenerwärmung durch Erdverkabelung kann mit partiellen Austrocknungen von Flächen einhergehen.

#/ZT#Folgenabschätzung durch Pilotprojekte#/ZT#

Der DBV fordert daher, die Auswirkungen der Erdverkabelung zunächst in Pilotprojekten mit einem bodenkundlichen Langzeit-Monitoring zu erproben. Ein genereller gesetzlicher Vorrang der Erdverkabelung widerspreche dem Grundsatz der Eingriffsminimierung in Landwirtschaft, Boden und Naturhaushalt, so der Verband.

Das Bundeskabinett hatte sich am vergangenen Mittwoch darauf verständigt, dass neue Stromautobahnen wie SuedLink oder die Gleichstrompassage Süd-Ost künftig vorrangig unterirdisch verlaufen sollen. Die Regierung erhofft sich dadurch, die gesellschaftliche Akzeptanz für die weitere Umsetzung der Energiewende zu erhöhen. Noch im Herbst sollen die Beratungen über den Kabinettsbeschluss im Bundestag abgeschlossen werden, damit möglichst zügig mit der Trassenplanung zu begonnen werden kann. (pio)
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