Französischen Medienberichten zufolge werfen die Landwirte dem Konzern vor, trotz der ohnehin schon niedrigen Preise noch weniger für die Rohware zu bezahlen als andere Molkereien - die Rede ist von einer Differenz von 10 bis 30€ je 1.000l Rohmilch. Am späten Montagabend hätten sich vor dem Werk nahe der westfranzösischen Stadt Laval etwa 400 Menschen versammelt. Die Aktionen sollen laut TV-Sender BFMTV über mehrere Tage hinweg fortgesetzt werden, berichtet lebensmittelzeitung.net.

Der französische Konzern Lactalis ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Milchprodukte und am deutschen Markt mit den Marken Président, Galbani und Salakis vertreten. Lactalis hat angeboten, die Gespräche mit den französischen Bauern über eine Anhebung des Milchpreises wieder aufzunehmen. "Das Thema sind aber nicht einige Euro mehr oder weniger, das Thema muss sein, einen Weg aus der Krise zu finden", sagte Unternehmenssprecher Michel Nalet dem Sender Europe1.

Proteste auch hierzulande

Auch in Deutschland kommt es wegen der angespannten Lage auf dem Milchmarkt gerade wieder zu Protesten: Am Montagmorgen hatten rund 50 deutsche Bauern ein Zentrallager von Aldi im niedersächsischen Hesel über mehrere Stunden blockiert. Sie machen den größten deutschen Discounter für den Milchpreisverfall mitverantwortlich. (az)
stats