Milchkrise

Bauern legen Europaviertel lahm


Begleitet von einem Großaufgebot der Polizei demonstrieren in Brüssel europäische Landwirte.
-- , Foto: Axel Mönch
Begleitet von einem Großaufgebot der Polizei demonstrieren in Brüssel europäische Landwirte.

Unter starkem Sicherheitsaufgebot begannen am Montagmorgen die Demonstrationen der Landwirte. Getrennt marschierten die Bauern auf. Am Schumannplatz vor dem Ratsgebäude machten die Mitglieder des European Milk Boards (EMB) ihrem Unmut freien Lauf. Die Polizei rüstete sich mit Wasserwerfern, Schildern und Schlagstöcken gegen mögliche Ausschreitungen. Der EMB fordert Anreize für Milcherzeuger, die ihre Produktion drosseln. Der von Copa/Cogeca organisierte Demonstrationszug ging zunächst über die Rue Belliard vor dem Europaparlament her.



Der Dachverband der nationalen Bauern- und Genossenschaftsverbände sprach von 6000 Teilnehmern und 2000 Traktoren. Copa/Coceca erwartet Zuschüsse für die Exportförderung, Liquiditätshilfen, Zuschüsse für die private Lagerhaltung (PLH) und vorzeitig ausgezahlte Direktzahlungen. Einig sind sich alle Landwirte, dass die 800 bis 900 Mio. € aus der Superabgabe der Milcherzeuger dem Sektor zur Verfügung gestellt werden sollen. Ein Zugang zu den Gebäuden im Europaviertel war wegen der Polizeiabsperrungen an Montagmorgen kaum möglich. Die EU-Agrarminister debattieren am Nachmittag in Brüssel über ein Hilfspaket der EU-Kommission für Sektoren mit schwieriger Marktlage. EU-Agrarminister Phil Hogan kann wegen einer Erkrankung nicht zum Ministerrat kommen. Er wird von seinem Kollegen und Kommissionsvizepräsidenten Jyrki Katainen vertreten. (Mö)     
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