„Dieser Schleuderpreis zerstört…“: Aufkleber in Signalrot mit dieser Aufschrift prangen auf Fleisch- und Milchprodukten bei zahlreichen Discountern, Bauern stehen mit großen Protestplakaten vor den Eingangstüren, Kinder und Kälbchen spielen auf dem Discounter-Parkplatz. Mit rund 40 Aktionen in ganz Bayern haben die Landwirte gegen die Preispolitik des Handels demonstriert.

„Die Ernte fällt vielerorts schmal aus und gerade die Preise für Fleisch und Milch sind sehr schlecht“, sagte Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). „Mit den Aktionen machen die Bauern auf ihre prekäre Situation aufmerksam.“ Die Grenze der Leistbarkeit sei auf vielen Bauernhöfen erreicht und zum Teil auch überschritten, da führe der Verdrängungswettbewerb der großen Handelsunternehmen zu noch mehr Druck.

„Die Schleuderpreise an den Ladentheken zerstören die Grundlagen für eine nachhaltige und regionale Landwirtschaft“, sagte Heidl. „Während sich der Handel Regionalität, Qualität und Nachhaltigkeit auf die Fahnen schreibt, wird die Vielfalt der Landwirtschaft mit dieser Preispolitik ans Messer geliefert. Ich fordere den Lebensmitteleinzelhandel auf, diesen bauernfeindlichen Kurs zu stoppen und faire Preise zu bezahlen.“

Heidl fordert die Handelsunternehmen zu zukunftsorientierten Gesprächen auf. (az)

Einige Eindrücke der Protestaktionen:

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