Dokumentation

Bauern sitzen länger im Büro

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Landwirte müssen vor allem deshalb mehr Zeit an PC und Schreibtisch verbringen, um die Auflagen, Nachweispflichten und Kontrollen in ihren Betrieben zu bewältigen, so der DBV. Dies geht aus einer laut DBV repräsentativen Umfrage im Rahmen des Konjunkturbarometer Agrar hervor.

Konjunkturbarometer
Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Zur aktuellen Runde im Juni 2017 befragte dazu das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt rund 1.000 Landwirte und Lohnunternehmer in ganz Deutschland.
Demnach müssen Landwirte mit Tierhaltung derzeit im Monat rund 32 Stunden aufwenden, um ihre bürokratischen Pflichten zu erfüllen; etwa vier Stunden oder 14 Prozent mehr als noch 2014. Allein für die Registrierung der Nutztiere und die Dokumentation von Tierarzneimitteln sind monatlich gut zwölf Stunden „Schreibarbeit“ notwendig. Zugenommen hat auch die geforderte Bürokratie bei Ackerbaubetrieben. Die notwendigen Aufzeichnungen bei der bisherigen Dünge-Verordnung und beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verlangen von einem durchschnittlichen landwirtschaftlichen Betrieb in Deutschland monatlich gut acht Stunden Arbeitszeit.

Die Gründe für die relativ starke Zunahme der Büroarbeit der Landwirte in den vergangenen drei Jahren sieht der DBV auch in den umfangreicheren Anforderungen bei Antragstellung, Aufzeichnungen und Nachweispflichten der EU-Agrarförderung, einschließlich Cross Compliance. Dafür benötigen die Landwirte heute mehr als 61 Stunden im Jahr, was einem Zeitaufwand von 5,1 Stunden pro Monat entspricht. Vergleichsweise gering fällt dagegen der Zeitaufwand für Steuererklärungen (2,6 Stunden/Monat) und für die Agrarstatistik/Berufsgenossenschaft (2,1 Stunden/Monat) aus. (mrs)

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