Die in Düsseldorf diskutierten Pläne zum Thema Tierschutz stellen nach Ansicht des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) die bisherige Kooperation zwischen Landwirtschaft und Politik in Frage. In einem gemeinsamen Entschließungsantrag hatten die Fraktionen der SPD und Bündnis 90/Die Grünen die NRW-Landesregierung aufgefordert, massive Verschärfungen im Umwelt- und Tierschutzbereich auf Landes- und Bundesebene voranzutreiben. Der Verband wirft der rot-grünen Koalition vor bewusst auf Konfrontation zu setzen. Dies sei ein grundlegender Kurswechsel der Landesregierung, der harte Auseinandersetzungen vor allem über die Zukunft der heimischen Nutztierhaltung unumgänglich mache, teilte der WLV mit.

Erfolgreiche Kooperation wird aufgegeben

„Wir bedauern sehr, dass Minister Remmel die bisher sehr erfolgreiche Kooperation von Ministerium und Wirtschaft in zentralen Fragen des Tierwohls offenkundig aufgeben will. Gerade in diesem Bereich haben wir in NRW bisher bundesweit eine Vorreiterfunktion gehabt und jenseits aller ideologischen Auseinandersetzungen echte Fortschritte in der Sache erzielt. Unsere gemeinsamen Vereinbarungen zum Enthornen bei Rindern und zum Schwänzekürzen bei Ferkeln waren seriös und zeigen eine hohe Verantwortung gegenüber den Nutztieren wie auch ihren Haltern“, sagte WLV-Präsident Johannes Röring heute in Münster.

Vertrauensbruch aus ideologischem Kalkül

„Die beabsichtigten Änderungen sind so angelegt, dass sie die heimische Nutztierhaltung mit der Brechstange reduzieren wollen. Wenn hier mit blumigen Worten Bundesratsinitiativen für umwelt- und tierschutzgerechte Haltungsformen eingefordert werden, heißt dies nichts anderes, als dass Minister Remmel der gerade gestarteten Initiative Tierwohl den Boden entziehen will. Damit legt er die Axt an ein System, dass er bisher immer mitgetragen hat – ein Vertrauensbruch aus ideologischem Kalkül und nicht zu akzeptieren“, so Röring. (az)
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