Braunkohle

Bauernbund gegen neue Tagebaue


Nach Medienberichten ist der tschechische Energieversorger EPH daran interessiert, von Vattenfall die Braunkohlensparte mit Tagebauen in der Lausitz zu kaufen. Bei EPR habe der reichste Tscheche, Petr Kellner, das Sagen, berichtet der RBB. Er gelte als knallharter Geschäftsmann und tauche auch als Inhaber von Briefkastenfirmen in den „Panama Papers“ auf. Vattenfall sucht für seine drei Braunkohle-Kraftwerke und vier Tagebaue in der Lausitz einen Käufer. Der tschechische Energieversorger hat sich offenbar gegen das deutsch-australische Konsortium von Steag und Macquarie durchgesetzt. Von Vattenfall wurden entsprechende Medienberichte nicht kommentiert.

Der Bauernbund Brandenburg kündigt dem tschechischen Investor EPH „erbitterten Widerstand der märkischen Landwirtschaft gegen neue Braunkohle-Tagebaue“ an. „Im Gegensatz zur Landesregierung sind wir nicht erleichtert, dass Vattenfall an einen tschechischen Milliardär mit Briefkastenfirmen in der Karibik verkaufen will, dessen deutscher Geschäftsführer vor zwei Monaten wegen Korruptionsverdacht gehen musste“, sagte Bauernbund-Vorstand Marcus Schilka. Dörfer, Äcker und Wälder der Lausitz dürften nicht mehr skrupellosen Geschäftemachern geopfert werden, so der 33jährige Landwirt aus Guhrow im Spreewald.

Schilka forderte die Landesregierung auf, alle Tagebau-Planungen sofort einzustellen: „Es kann doch nicht angehen, dass die Tschechen nach Brandenburg kommen, weil sie im eigenen Land keine Dorfbewohner mehr enteignen dürfen – und hier wird ihnen mit der Planierraupe der Weg freigemacht“, so der Bauernbund-Funktionär. (SB)
stats