Antibiotika

Bauernverband empört über SZ-Bericht


Der heutige Bericht in der Süddeutschen Zeitung über Medikamente in der Tierhaltung provoziert beim Deutschen Bauernverband (DBV) die Forderung nach sachlicheren Informationen. In dem Artikel wird unter anderem der Politik unterstellt, dass sie versuche Informationen über den Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung zu unterdrücken. Dem Rechercheteam lägen Schreiben des Bundeslandwirtschaftsministeriums vor, die die Weitergabe von Daten untersagten. Auch wird noch einmal auf die Lücken bei der Datenfassung über den Antibiotika-Einsatz hingewiesen.

Dem Vorwurf der Intransparenz widerspricht der DBV vehement. So könnten die Überwachungsbehörden sehr wohl Einsicht in alle Daten nehmen, um den individuellen Handlungsbedarf bei den einzelnen Betrieben einschätzen zu können. 

Auch die Aussage, wonach „sich Tausende Landwirte der gesetzlich vorgeschriebenen Meldepflicht entziehen konnten“ trage nicht. Denn in der QS Antibiotikadatenbank werden 95 Prozent aller Schweinehalter erfasst. Aber auch der DBV räumt ein, dass die mit der staatlichen Datenbank verbundene Bürokratie und die wenig praxisgerechte Umsetzung durch die Länder zu kritisieren sei. Der DBV habe ebenfalls auf die mangelnde Praxistauglichkeit der staatlichen Antibiotikadatenbank hingewiesen.


Das Antibiotika-Monitoring von Wirtschaft und Behörden habe bereits nachhaltig zu einem verringerten Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung beigetragen, erklärt DBV in Reaktion auf den Bericht. Statt die damit verbundenen Bemühungen der Nutztierhalter anzuerkennen, verfällt der Bericht laut DBV mit tendenziösen Aussagen in eine Pauschalkritik, die der näheren Betrachtung nicht standhält. Die jüngste Auswertung des Bundesamtes für Verbraucherschutz dokumentiere einen um 27 Prozent verringerten Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung seit der ersten Erfassung in 2011. (kbo)

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