Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat in einer Stellungnahme auf die gestrige Ausgabe des Politmagazins Panorama reagiert. Die geübte Kritik an den Haltungsbedingungen von Schweinen in einzelnen landwirtschaftlichen Betrieben sei ernst zu nehmen so der Verband. Das gesendete ältere Bildmaterial stamme offenbar aus widerrechtlichem Eindringen in Ställe im Jahr 2015. „Da es aus unklaren Quellen stammt, unter dubiosen Umständen zustande gekommen zu sein scheint und einem Manipulationsverdacht nachgegangen werden muss, ist eine abschließende Klärung und Bewertung schwierig“, heißt es weiter.

Die Tierhalter hätten die Vorwürfe mit ihren Hoftierärzten geprüft. Die vorliegenden fachärztlichen Stellungnahmen bestätigten die Vorwürfe nicht und widerlegen sie zum Teil. Unabhängig davon würden einige der auf den Bildern älteren Datums sichtbaren Situationen nicht der guten fachlichen Praxis entsprechen und seien nicht akzeptabel, stellt der DBV fest. Die erkrankten Tiere seien aber nachweislich ordnungsgemäß behandelt und tiermedizinisch versorgt worden. Soweit Praktiken zurecht beanstandet wurden, seien sie bereits vor längerer Zeit abgestellt worden.

„Die Verwendung von Bildmaterial aus Stalleinbrüchen oder widerrechtlichem Eindringen in Ställe ist nicht akzeptabel, ebenso wie die mediale Verwertung, die auch hier offensichtlich Vorrang vor dem unverzüglichen Abstellen der beanstandeten Praktiken hatte“, kritisiert der Bauernverband.

Bereits auf dem Veredlungstag des DBV am Montag dieser Woche in Senden hatte ein Sprecher aus dem Publikum darauf hingewiesen, dass es nicht hinzunehmen sei, die durch Einbrüche auf Betrieben entstandenen Bilder zu einem späteren Zeitpunkt im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu zeigen. Alle tierhaltenden Betriebe seien auch zur Zahlung von Rundfunkgebühren verpflichtet. Damit seien sie gezwungen, derartige illegale Aktionen auch noch zu finanzieren. (SB/jst)
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