Milchpreis

Bauernverband fordert Untergrenze


Wo die Politik helfen könnte, wäre zu definieren, ab wann ein Preis sittenwidrig ist, sagte Verbandspräsident Olaf Feuerborn. Damit würde die kartellrechtliche Regelung zum Verbot des Verkaufs unter Einstandspreis gerichtsfest und einklagbar. Bei dem Treffen mit Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) soll über Hilfen für die 75.000 Milchbauern in Deutschland beraten werden.

In einigen Regionen waren Mitte Mai die Milchpreise auf unter 20 Cent pro Kilogramm gerutscht. Um kostendeckend wirtschaften zu können, müsse der Erzeugerpreis bei 40 Cent pro Kilo liegen, erklärte Feuerborn. Einen freiwilligen Lieferverzicht schätzt der Verband skeptisch ein. Er müsste den Bauern einen Nutzen bringen - also Geld. Und wenn ein Teil der Bauern die Milchproduktion verringert, heißt das nicht, dass die Preise automatisch steigen, betonte Feuerborn. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter hatte angesichts des Überangebots 30 Cent pro nicht produziertem Liter Milch gefordert.

In Sachsen-Anhalt nimmt die Zahl der Betriebe, die ihre Milchproduktion aufgeben oder den Betrieb ganz aufgeben zu. Nach Informationen von agrarzeitung.de haben 51 Betriebe seit April 2015 die Milchproduktion eingestellt. Vier weitere Betriebe haben dies nach Mitteilung des Agrarministeriums angekündigt. Auf dem Milchgipfel in Berlin am kommenden Montag werden die Agrarminister der Länder nicht komplett dabei sein. Diese Entscheidung hatten vor allem die grünen Agrarminister in einem offenen Brief an Schmidt kritisiert. Nach Informationen von agrarzeitung.de sollen nun jeweils Vertreter der Länder von CDU/CSU, SPD, Linke und Grünen teilnehmen. (da)
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