Notbremse

Bauernverband fordert Unterstützung


Die Marktsituation sei für die meisten landwirtschaftlichen Erzeugnisse äußerst angespannt. Die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise sind zurzeit für Landwirte nicht auskömmlich und deckten zum Teil nicht einmal die variablen Kosten. Dies teilte der Bauernverband Schleswig-Holstein in Rendsburg mit. Insbesondere die Milch- und Schweinepreise, aber auch die Erlöse im Bereich von Obst und Gemüse seien völlig unzureichend.

Die anhaltende, unberechtigte Pauschalkritik an der modernen Landwirtschaft durch Teile von Politik und Medien belaste die Stimmung auf den Höfen zusätzlich, betonte der Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, Werner Schwarz. Er verweist  auf die unsachliche und unrichtige Kritik am Antibiotikaeinsatz in einer Serie der Wochenzeitung "Die Zeit" und die Legitimierung von Stalleinbrüchen militanter Tierschutzgruppen durch die Ausstrahlung von fragwürdigem Filmmaterial in öffentlich-rechtlichen Sendern. „Die pauschale Aburteilung eines ganzen Berufstandes ist nicht hinzunehmen und trifft die Bauern, die sich täglich um das Wohl ihrer Nutztiere sorgen, in ihrer Berufsehre“, so Schwarz.

Die Tierhaltung sei das Rückgrat der bäuerlichen Landwirtschaft. Zunehmende Umweltauflagen bei Düngung, Pflanzenschutz, Stallbau und baulichen Anlagen belasteten die Wirtschaftlichkeit. Dies bewirke, dass gerade kleinere und mittlere Betriebe zur Aufgabe gezwungen werden.

Schwarz appellierte an die politischen Entscheidungsträger Robert Habeck (Grüne) von Schleswig-Holstein und Bundesagrarminister Christian Schmidt, sich an die Seite der Bauern zu stellen und bei neuen Auflagen Augenmaß zu wahren. Mit der Initiative Tierwohl beweise der Berufsstand, dass er bereit und in der Lage sei, auch ohne den Gesetzgeber neue Wege erfolgreich zu beschreiten.

Mittel- und langfristig seien die Aussichten für die heimische Landwirtschaft durchaus positiv, weil eine weltweit steigende Nachfrage nach Lebensmitteln und Energie erwartet werde. Davon werde gerade Schleswig-Holstein als Gunststandort für Landwirtschaft profitieren. Auf dem Weg dorthin gehe es darum, möglichst viele bäuerliche Betriebe zu erhalten. Dies entspreche dem Wunsch der breiten Öffentlichkeit, betonte Schwarz abschließend. (da)
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